20. November 2010
„Wir brauchen eine kluge Regierung mit Augenmaß, aber auch mit Klarheit und Härte“

Für den Präsidenten des Wirtschaftsrates, Prof. Dr. Kurt J. Lauk, erleben wir die „spannendsten aller Zeiten“. Der Euro liegt auf der Intensivstation, Banken können ohne Staatshilfe nicht überleben und Großprojekte werden von der Bevölkerung abgelehnt. In seinem Vortrag zur Zukunft des Sozialstaates bei der SDK in Fellbach forderte er daher „eine kluge Regierung mit Augenmaß, aber auch mit Klarheit und Härte.“ Denn die Schulden Deutschlands in Ein-Euro-Münzen aufeinander gestapelt, reichten bis zum Mars und wieder zurück.

Nicht nur Deutschland stecke in dieser Schuldenfalle, so der Präsident, viele Industrieländer befänden sich in einer ähnlichen Lage. Die Rettung des Euro sei daher wichtig, denn schließlich profitiere Deutschland als Exportland in hohem Maße von der Gemeinschaftswährung. Auch wenn es betriebswirtschaftlich kein guter Ansatz sei, seine Abnehmer zu subventionieren. Diese Gelder müssten aber an strenge Auflagen gebunden sein, und „am besten immer nur stückweise, wenn ein Fortschritt erkennbar ist“ ausgezahlt werden. Der Staat kann immer nur so viel ausgeben, wie er zuvor den Bürgern genommen hat, sagte Lauk. Daher sei es auch richtig, genau zu gucken wer Hartz IV bekommt.

Die Komplexität mit der wir es heute zu tun hätten, mache unsere Welt nicht einfacher. Lauk betonte aber, dass dies eine Chance sei und rief dazu auf, nicht in Pessimismus zu verfallen.