26. September 2017
Wir brauchen Ideen!
Die Stadt der Vielfalt – als solche ist Frankfurt über die Grenzen Hessens bekannt. Doch trifft das auch auf Branchenvielfalt zu? Die Landesfachkommissionen Kultur- und Kreativwirtschaft sowie Familienunternehmen und Mittelstand stellten sich der Frage. Björn Bremer, Geschäftsführer Kreation von Ogilvy & Mather Advertising Frankfurt, berichtete über die derzeitige Situation der Kreativwirtschaft in der Bankenmetropole und gab einen klaren Appell an die Politik.
Björn Bremer referierte über die Situation des kreativen Frankfurts (Foto: Wirtschaftsrat)

Frankfurt ist nicht nur bei Kennern für seine Kunstszene bekannt. In der Stadt wird jeder Dritte Kreativwirtschaftler Hessens beschäftigt. Doch die Stadt befindet sich im Wandel, ebenso die Branche. Circa 5,9 Prozent der in Frankfurt Erwerbstätigen sind der Branche zuzurechnen, das sind immerhin rund 37.000 Personen. Im Vergleich zu Städten wie Hamburg, Berlin oder München hat Frankfurt jedoch das Nachsehen. Zumindest, was die Erwerbstätigen angeht. Im Umsatz liegt nur Berlin vor der hessischen Metropole. 

Kreatives Ambiente: Der Wirtschaftsrat zu Gast bei Ogilvy & Mather Advertising (Foto: Wirtschaftsrat)

Warum das so ist, erklärte Björn Bremer, Geschäftsführer Kreation von Ogilvy & Mather Advertising Frankfurt, den Gästen aus dem Wirtschaftsrat: „Kreative wollen etwas von der Stadt haben.“ Das Nachtleben sei ungemein wichtig für die Branche, aber auch mittelfristig helfe eine intakte Szene, das Interesse am Standort Frankfurt-Rhein-Main zu wecken. Die Lebensbedingungen in der Stadt würden für Arbeitnehmer und Arbeitgeber außerhalb der Finanzbranche jedoch zunehmend schwerer. Wie man einem Abwandern der Branche begegnen kann? „Ein Beispiel wäre da New York. Hier hat man Büroraum in Brooklyn und im Meatpacker’s District geschaffen, für Branchen außerhalb der Wall Street“, so Bremer. Das sei auch in Frankfurt möglich.

Wichtig sei auch, Frankfurt für Agenturen über die Landes- und Bundesgrenzen hinaus attraktiv zu machen. Beispielsweise werde der Effie-Award im Frankfurter Palmengarten vergeben, eine weltweit anerkannte Marke, die welche effektive Marketing- und Markenkommunikation prämiert. „Das eigentliche Event für uns findet aber im Hintergrund statt. Hier treffen sich die Kreativen, tauschen sich aus. Anders als auf einer schicken Gala.“ Zum Schluss hatte Bremer noch einen Appell an seine Branche: „Die Kreativen brauchen in Frankfurt ein neues Selbstbewusstsein.“

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Michael Dillmann
Landesgeschäftsführer
Wirtschaftsrat der CDU e.V. - Landesverband Hessen
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