24. Oktober 2013
"Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht"
Wirtschaftsrat fordert offenen Dialog über Reform des Gesundheitssystems
Dass die Sorge um den Menschen und ökonomische Erwägungen nicht grundsätzlich gegensätzlicher Natur sind, bewies die gestrige Tagung der Landesfachkommission Gesundheitswirtschaft des Wirtschaftsrats Rheinland-Pfalz. Der Landesvorsitzende Frank Gotthardt hatte Experten aus dem Gesundheitswesen zur Beratung über Qualitätssicherung und nachhaltiges Wirtschaften in Krankenhäusern und Reha-Kliniken ins Innovationsforum der CompuGroup Medical AG eingeladen.

Zwei Fachmänner mit bester Kenntnis über die Herausforderungen an die Gesundheitswirtschaft lieferten mit ihren Vorträgen Stoff für Diskussionen. Herr Dr. Günter Merschbächer, Geschäftsführer Marienhaus Kliniken GmbH, und Herr Günther Knauer, Geschäftsführer der Gollwitzer-Meier-Klinik und Geschäftsführer des Verbandes der Privatkliniken NRW e.V., schilderten ihre Erfahrungen mit Qualitätssicherungsmanagement (QM) und Effizienzsteigerung. „Die Investitionsfinanzierung ist stark verbesserungsfähig. Wir lügen uns einiges in die Taschen, was die Ausstattung der Krankenhäuser in Deutschland angeht“, bilanzierte Merschbächer. Allerdings seien die Anbieter nach wie vor gefordert, auch wenn die gesetzlichen Rahmenbedingungen noch nicht stimmten. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Aber es gibt noch viel zu tun.“ Handlungsbedarf sah auch Knauer, der die Entbürokratisierung der QM-Zertifizierung und die Gleichstellung der Reha zum Akutbereich forderte. Er machte darüber hinaus auf Verbesserungsmöglichkeiten zur effizienteren Arbeitsorganisation aufmerksam und verwies insbesondere auf die Standardisierung von Routineprozessen „Da kann man erhebliche Effizienzsteigerungspotentiale heben.“ Profitieren würden davon vor allem die Patienten, für die dann mehr Zeit bleibe.

Mit Blick auf die anstehenden Koalitionsverhandlungen sprachen sich die Tagungsteilnehmer für einen offenen Dialog über notwendige Reformen im Gesundheitswesen aus. Für die kommende Legislaturperiode hat der Wirtschaftsrat der CDU eine Reihe von Regierungsempfehlungen ausgesprochen, unter denen die Verbesserung der Qualität, Wirtschaftlichkeit und IT-Effizienz im Gesundheitssystem eine zentrale Stelle einnimmt. Damit stellen die Experten die Weichen für zukunftsorientierte Restrukturierungen, die angesichts der anstehenden Herausforderungen auch dringend nötig sind. Die alternde Gesellschaft, eine unsichere Finanzierungslage und bürokratische Hürden, die mit der Administrationswut der Europäischen Union konkurrieren, machen das Gesundheitswesen in Deutschland zu einem Sanierungsfall. Dem gegenüber steht das erhebliche Entwicklungspotential der Gesundheitswirtschaft, die auf dem besten Wege ist, die Leitbranche des 21. Jahrhunderts zu werden. Damit sich die Gesundheitswirtschaft jedoch durch mehr Wettbewerb weiterentwickeln und die Versorgungsqualität verbessert werden kann, braucht es innovationsfreundliche Rahmenbedingungen. Der Wirtschaftsrat drängt die künftige Bundesregierung deshalb darauf, durch Reformen strukturelle Veränderungen zu ermöglichen und unternehmerische Freiräume zu schaffen. Nur so könnten Stabilität und Sicherheit im deutschen Gesundheitswesen auf dauerhaft hohem Niveau gewährleistet werden.

 

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