19. Februar 2020
Wirtschaft fordert Kanalausbau
Apell für den Elbe-Lübeck-Kanal

Mit Erstaunen hat der Wirtschaftsrat der CDU e.V. auf die Verzögerung der Planung für den Kanalausbau reagiert. Für den Vorsitzenden des Landesverbandes Schleswig-Holstein, Dr. Christian von Boetticher, ist das ein echtes Ärgernis. „Ein moderner Kanal, der für heutige Binnen-schifffahrtsgrößen unbeschränkt befahrbar ist, hat für die regionale Wirtschaft hohe Priorität. Seine Verbindungsfunktion zwischen Ostsee und Elbe ist überregional von überragender Bedeu-tung“, so der 49jährige Geschäftsführer von Peter Kölln aus Elmshorn. Im derzeitigen Ausbau-stand seien jedoch seine Schleusen zu klein für die vorherrschenden Schiffe. Es sei deshalb leider zwingend, daß dadurch derzeit der Verkehr auf dem Kanal zurückginge, weil kaum noch kleine, überalterte Schiffe unterwegs seien.

 

Entgegen der Meinung der grünen Bundestagsabgeordneten Dr. Konstantin von Notz müsse der Bedeutungsverlust des Kanals durch einen Ausbau gestoppt werden. Da die Haushaltsmittel im Bundesetat zur Verfügung stünden, fordert der Wirtschaftsrat im Einklang mit dem maritimen Koordinator der Bundesregierung Norbert Brackmann MdB eine beschleunigte Durchführung des Planverfahrens.

 

Es sei unklar, wie die Grünen bei einer Ablehnung des Kanalausbaus wegen zu hoher Kosten sich eine jahrzehntelange Unterhaltung der jetzigen Wasserstraße als reines Freizeitkapitänsgewässer vorstellten.

 

„Wir brauchen den Elbe-Lübeck-Kanal als leistungsstarken, umweltfreundlichen Verkehrsweg. Prognosen für einen ausgebauten Kanal mit einem jährlichen Transportvolumen von langfristig zusätzlich mehreren Millionen Tonnen ersetzen jährlich tausende von LKW-Ladungen auf unseren Straßen“, so von Boetticher.

 

Das Binnenschiff der Zukunft würde mit großem Abstand das umweltfreundlichste Verkehrsmittel in der Transportlogistik sein. „Wenn die Grünen auch das ablehnen, stellt sich die Frage, wie weiter wachsende Güterströme auf der Drehscheibe zum skandinavischen Raum zukünftig sonst bewältigt werden sollen. Destruktives Dagegen-Sein beantwortet jedenfalls keine Zukunfts-fragen“, so von Boetticher abschließend.