06. Februar 2012
Wirtschaft und Wissenschaft ziehen an einem Strang
Gemeinsamer Brief an die Sächsische Staatsregierung
Der Wirtschaftsrat hatte in die INTER-FORUM GmbH nach Leipzig eingeladen, um sich in einer Podiumsdiskussion mit dem Thema „Wirtschaft für praxisorientierte Ausbildung“ zu beschäftigen. Hintergrund der Veranstaltung war die Verabschiedung des Hochschulentwicklungsplans durch das sächsische Staatskabinett. Dieser Plan sieht Stellenkürzungen an sächsischen Hochschulen in Höhe von 100 Stellen pro Jahr ab 2013 sowie 183 Stellen pro Jahr ab 2016 vor.
v.l.n.r. Dirk Pappelbaum, Unternehmer; Prof. Dr. Renate Lieckfeldt, Rektorin Hochschule für Wirtschaft, Technik und Kultur Leipzig; Christoph Klemm, Landesvorsitzender Juniorenkreis Sachsen im Wirtschaftsrat; Prof. Dr. Knut Löschke, Honorarprofessor Hochschule für Wirtschaft, Technik und Kultur (Foto: Wirtschaftsrat)

Allein an der Hochschule für Wirtschaft, Technik und Kultur (HTWK) in Leipzig sollen zwischen 2013-2015 14 Stellen eingespart werden. Weil sich die Hochschule dafür entschieden hat, nur in einem Bereich die geforderten Einsparungen umzusetzen und nicht Möglichkeiten zu wählen, die alle Bereiche der Hochschule in einem geringeren Ausmaß betreffen, droht jetzt dem „Angewandte Mathematik (Bachelor und Master)“ das Aus.

 

Der Wirtschaftsrat schätzt den Erhalt des Studiengangs als sehr wichtig ein, da er für die regionalen Wirtschaftsunternehmen wie BMW, Porsche und Siemens sowie den kleinen und mittelständischen Unternehmen in der Region eine Vielzahl gut ausgebildeter Absolventen liefert.
Höhepunkt der Veranstaltung war die Podiumsdiskussion, an der die Rektorin der HTWK, Prof. Dr. Renate Lieckfeldt, sowie die Leipziger Unternehmer Dirk Pappelbaum und Prof. Dr. Knut Löschke, Honorarprofessor an der HWTK, teilnahmen.

 

Der Vorsitzende des Juniorenkreises Sachsen im Wirtschaftsrat, Christoph Klemm, führte durch die Veranstaltung und erläuterte zunächst die Position der Wirtschaftsvertreter. Anschließend legte Prof. Lieckfeldt die Position ihrer Hochschule dar, wobei deutlich wurde, dass auch das Rektorat der HTWK nicht mit der Entscheidung des Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst (SMWK) einverstanden ist.

 

Problematisch hierbei ist insbesondere, dass genaue Sparvorgaben vom SMWK vorgegeben werden, die Entscheidung über die gegebenenfalls notwendige Einstellung eines Studienganges den Hochschulen überlassen werden. Dies führt möglicherweise zu der absurden Situation, dass der Studiengang „Angewandte Mathematik“ in Sachsen überhaupt nicht mehr angeboten wird, da andere Hochschulen ebenfalls über eine Abschaffung nachdenken.

 

Ergebnis der konstruktiven Debatte war der Entschluss, gemeinsam mit Vertretern des Wirtschaftsrates einen Brief an die sächsische Staatsregierung zu verfassen. Die klare Forderung der Wirtschaft ist ein Fortbestand des Studiengangs „Angewandte Mathematik“, der aus vielen auf der Veranstaltung diskutierten Gründen Voraussetzung für den Erfolg der regionalen Industrie ist.