16. September 2015
Wirtschaftsgipfel Gesundheit 4.0 Sachsen-Anhalt
Vorstellung neuer möglicher Versorgungsmodelle - Offen sein für neue Wege
Mehr als100 Gäste aus Gesundheitswirtschaft, Politik und den Medien diskutierten im Veranstaltungszentrum der Strehlow GmbH in Magdeburg beim Wirtschaftsgipfel 4.0 über die Zukunft der medizinischen Versorgung in Sachsen-Anhalt.
Bild: Wirtschaftsrat

Eingeladen hatte dazu der Wirtschaftsrat der CDU e.V. in Zusammenarbeit mit seiner Landesfachkommission Gesundheitswirtschaft Sachsen-Anhalt und der GSK Strategy Consultants International.

Die medizinische Versorgung in Sachsen-Anhalt hat ein hohes Niveau – vor allem auch
dank der überdurchschnittlichen Einsatzbereitschaft der Beschäftigten in den
Gesundheits-und Pflegeberufen.

Während einige Regionen in der Ausstattung mit Krankenhäusern, Pflege-und Gesundheitsdiensten sowie dem „Hausarzt vor Ort“ eine gute Versorgungsstruktur aufweisen, zeichnet sich in anderen, vor allem peripheren und ländlichen Regionen, zunehmender Handlungsbedarf ab.

Aktueller Handlungsbedarf besteht insbesondere in Anbetracht der wirtschaftlichen und demografischen Entwicklung des Landes Sachsen-Anhalt sowie bezüglich des Hinzukommens von Migranten, die teilweise die bestehende demografische Entwicklung kompensieren könnten. Dieser Prozess stellt eine Herausforderung für die medizinische Versorgung und die Integrationsfähigkeit der Gesellschaft dar. Notwendig sind zukunftsfähige Konzepte und pragmatisches Handeln.

Der Wirtschaftsgipfel Gesundheit 4.0 sollte ein Forum für alle Akteure der Gesundheitswirtschaft, Vertreter aller Parteien, Institutionen und des Infrastruktur-und Technologiesektors in Sachsen-Anhalt sein, um miteinander ins Gespräch zu kommen und innovative Ansätze für die Zukunft der medizinischen Versorgung zu erörtern. Vor diesem Hintergrund stand auch der Startschuss zu einem Ideenwettbewerb „Innovationspreis Gesundheit 4.0“.

Ministerpräsident Sachsen-Anhalt Dr. Reiner Haseloff (Bild: Wirtschaftsrat)

Neben dem Ministerpräsidenten, Dr. Reiner Haseloff, der das Grußwort sprach, hatten die Veranstalter mit dem Sozialminister Nobert Bischoff, dem Innenminister Holger Stahlknecht, der Staatssekretärin Dr. Tamara Zieschang, Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft sowie dem Staatssekretär Dr. Klaus Klang, Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr, gleich vier weitere hochkarätige Vertreter der Landesregierung als Referenten für den Themenblock „Zukunft der Gesundheitlichen Versorgung und der Entwicklung der Gesundheitswirtschaft“ gewinnen können.

Dr. Michael Moeskes, Landesvorsitzender des Wirtschaftsrates Sachsen-Anhalt, wertete dies
als Beweis dafür, dass die medizinische Versorgung im Bundesland, insbesondere in Anbetracht der wirtschaftlichen – und demografischen Entwicklung Sachsen-Anhalts und dem Hinzukommen von Migranten, nur als gesamtgesellschaftliche Aufgabe gesehen und bewältigt werden kann.

Darüber hinaus sahen die Veranstalter in der großen politischen Präsenz eine hohe Wertschätzung für die Arbeit des Wirtschaftsrates. Jens Hennicke, Leiter der LFK Gesundheitswirtschaft, betonte: “Wir müssen offen für neue Wege sein, um in unserem Bundesland auch in den nächsten Jahren und Jahrzehnten medizinische Leistungen auf hohem Niveau für alle Einwohner unabhängig von ihrem Wohnort sicherstellen zu können.“

Die dem politischen Themenblock vorangestellten Fachthemen gliederten sich in
die Schwerpunktblöcke:

  • Regionale Versorgung – Wir sind die Zukunft
  • Mehr Innovation – Gesünder und länger Leben
  • Gelingt der Start


Inhaltlich trugen die fachkompetenten Referenten ihre sehr praxisbezogene Sichtweise zum Schwerpunktthema vor. Dabei spannte sich die thematische Palette vom kommunalen Verantwortungsbereich eines Bürgermeisters, über die Bedeutung und Rolle der medizintechnischen Unternehmen im Land, bis hin zur Problematik der Sicherstellung von ambulanter und stationärer medizinischen Patientenversorgung – Tagesgeschäft des Hausarztes bzw. des Krankenhausgeschäftsführers.

Die Vorstellung neuer möglicher Versorgungsmodelle im ländlichen Bereich aus Kostenträgersicht, perspektivische Betrachtungen eines Gesundheits-und Sanitätsdienstleisters, Herausforderungen der ganzheitlichen Pflege bei Fachkräftemangel und demografischer Entwicklung und innovative Ideen einer Wohnungsgenossenschaft bei der Entwicklung neuer Wohnformen z.B. beim Krankheitsbild Demenz, rundeten die Gesamtthematik ab.

Teilnehmer und Veranstalter resümierten eine ausnahmslos interessante und sehr gelungene Veranstaltung mit hochaktueller Thematik.

v.l.n.r. Martin Henze, CEO GSK Strategy Consultants International; Norbert Bischoff, Minister für Arbeit und Soziales in Sachsen-Anhalt; Peter Löbus, Stabsstellenleiter alternative Versorgung, AOK Sachsen-Anhalt, Vorstandsmitglied LFK Gesundheitswirtschaft Wirtschaftsrat Sachsen-Anhalt; Jens Hennicke, Leiter Landesvertretung Techniker Krankenkasse, Sachsen-Anhalt und Vorsitzender LFK Gesundheitswirtschaft, Wirtschaftsrat Sachsen-Anhalt; Klaus Klang, Staatssekretär, Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr in Sachsen-Anhalt, Dr. Tamara Zieschang, Staatssekretärin, Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft in Sachsen-Anhalt; Holger Stahlknecht, Minister für Inneres und Sport, Sachsen-Anhalt; Oliver Schenk, Abteilungsleiter Grundsatzfragen und Telematik, Bundesgesundheitsministerium, Berlin (Bild: Wirtschaftsrat)