10. November 2015
Abkehr von der Abgeltungsteuer wäre massiver steuerpolitischer Rückschritt
Wolfgang Steiger: Eine der größten Steuervereinfachungen nicht zurückdrehen

Der Wirtschaftsrat der CDU e. V. lehnt die Pläne zur Abschaffung der Abgeltungssteuer rundheraus ab. „Das System der Abführung der Abgeltungsteuer direkt durch die Banken funktioniert reibungslos und ist eine der größten Steuervereinfachungserfolge der letzten Jahrzehnte. Dieses Rad jetzt wieder auf das komplizierte Halbeinkünfteverfahren zurückzudrehen, wäre ein massiver Rückschritt in die bürokratische Steinzeit. Auf Kapitalanleger wie Finanzverwaltung rollten wieder aufwendige Einzelprüfverfahren zu“, erklärte Wolfgang Steiger, Generalsekretär des Wirtschaftsrates.

 

„Zumal es de facto ein Märchen ist, dass die 25 Prozent Abgeltungssteuer plus Soli-Zuschlag und Kirchensteuer ein Steuergeschenk an reiche Bürger ist“, sagte Steiger weiter. Die Abschaffung der Abgeltungssteuer würde gerade auch Sparer benachteiligen und wirke sich damit auch voll auf niedrige und mittlere Verdiener aus. Zudem sei mit Einführung der Abgeltungsteuer gegenüber dem alten System des „Halbeinkünfteverfahrens“ die Bemessungsgrundlage insbesondere durch die Einbeziehung von Zinsen, Dividenden und Wertpapierveräußerungsgewinnen tatsächlich deutlich verbreitert worden: „Die Zahlen der Bundesregierung zum Steueraufkommen der Jahre 2009 bis 2014 zeigen eindrucksvoll, dass es mit einer Rückkehr zum Halbeinkünfteverfahren zu Milliardenverlusten gegenüber dem System der Abgeltungsteuer kommen würde“, so der Generalsekretär des Wirtschaftsrates weiter.

 

"Zusätzlich hat sich die Steuer als wirksames Instrument gegen Steuerhinterziehung bewährt. Denn der pauschalen Abführung der Steuer auf Kapitalerträge durch die Banken kann sich niemand entziehen. Jede Änderung wird eher zu höherer Steuerlast führen und mehr Bürokratie verursachen“, unterstrich Wolfgang Steiger, Generalsekretär des Wirtschaftsrates. 

 

Dividenden etwa seien Gewinnausschüttungen von Unternehmen, die bereits besteuert worden seien, so Steiger. Ihre zweite Belastung mit der Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag erhöhe die Dividendenbesteuerung insgesamt auf stolze 48 Prozent. „Damit nähme Deutschland im internationalen Vergleich einen Spitzenplatz bei der Besteuerung von Kapitalerträgen ein“, kritisierte der Generalsekretär des Wirtschaftsrates. 

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