14. August 2018
Wirtschaftsrat: Beschleunigung des Netzausbaus ist unverzichtbare Voraussetzung für die Energiewende
Wolfgang Steiger: Wenn wir den gordischen Knoten nicht lösen, sind Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit am Wirtschaftsstandort Deutschland in Gefahr.

Der Wirtschaftsrat der CDU e.V. unterstützt ausdrücklich den heute vorgestellten „Aktionsplan

Stromnetze“ von Bundeswirtschaftsminister Altmaier, um den schleppenden Netzausbau auf allen Ebenen deutlich zu beschleunigen. „Es macht keinen Sinn, Erneuerbare Energien massiv auszubauen, wenn wir nicht wissen wann und wie der Strom bei den Verbrauchern ankommen soll“, sagt Generalsekretär Wolfgang Steiger. „Die bisherige Bilanz des Netzausbaus ist vollkommen unzureichend: Von den langfristig notwendigen Netzkapazitäten im Bundesbedarfsplan wurden nur 150 Kilometer realisiert und 450 von 5.900 Kilometern genehmigt.“

 

Der Wirtschaftsrat blickt mit großer Sorge auf die ständig steigenden Kosten für Maßnahmen zur Netzstabilisierung. Aufgrund des wachsenden Ungleichgewichts zwischen Erzeugung und Verbrauch haben diese 2017 mit 1,4 Milliarden Euro einen neuen Rekordwert erreicht. „Im Hinblick auf die Stilllegung von Kohle- und Kernkraftwerken mit gesicherter Leistung bis 2022 befeuert das Hinterherhinken des Netzausbaus nicht nur die Kostenspirale der Energiewende, es gefährdet auch die Versorgungssicherheit“, mahnt Wolfgang Steiger.

 

Technologische Verbesserungen wie der Ersatz alter Leitungen durch Kabel mit Speziallegierungen und der vermehrte Einsatz von Temperaturfühlern, die mehr Elektrizität transportieren können, sind zielführend, aber keinesfalls ausreichend. „Ein weiteres Ansteigen der Netzentgelte und die Aufteilung der einheitlichen Strompreiszone würden die Wettbewerbsfähigkeit am Wirtschaftsstandort  Deutschland gefährden. Deshalb müssen die Synchronisierung von Erneuerbaren Energien und der Netzausbau über den Koalitionsvertrag hinaus gesetzlich konkretisiert werden“, fordert Wolfgang Steiger. „Keinesfalls dürfen  die Netzkosten für  Verbraucher durch eine überzogene Ausweitung der Erdverkabelung auf Wechselstromleitungen und wiederkehrende  Entschädigungszahlungen für vom  Netzausbau  betroffene Grundstückseigentümer weiter in die Höhe  getrieben  werden. Weitere  Subventionstatbestände durch Überkompensation von  einzelnen Interessensgruppen können wir uns bei der Energiewende nicht leisten.“ 

Kontakt
Wirtschaftsrat der CDU e.V.
Pressestelle
Luisenstraße 44, 10117 Berlin

Telefon: 030 / 240 87-301
Telefax: 030 / 240 87-305

pressestelle@wirtschaftsrat.de