24. November 2021
Wirtschaftsrat Bremen fordert konsequentere Mitarbeiterqualifizierung
Jörg Müller-Arnecke: Auf dem Bremer Arbeitsmarkt lassen wir viel zu viele Potentiale ungenutzt
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Bremen, 24.11.2021:  Der Wirtschaftsrat Bremen sieht große Potentiale in der Qualifizierung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, um zum einen dem Fachkräftemangel in der Wirtschaft zu begegnen und zum anderen die Arbeitslosigkeit in Bremen zu senken. „Wir müssen die bereits vorhandenen Möglichkeiten konsequenter nutzen und an anderer Stelle flexibler und frühzeitiger reagieren“, sagt der Landesvorsitzende Jörg Müller-Arnecke. „Unerlässlich ist ein deutlich höheres Bildungsniveau der Schulabgänger. Es kann nicht sein, dass die Ausbildungsunternehmen zu Reparaturbetrieben des Bildungssystems werden. Die Schülerinnen und Schüler müssen zudem frühzeitig befähigt werden, eine für sie passende Berufswahl zu treffen. Hierzu ist zu prüfen, ob die Lehrpläne der Klassen 8-10 arbeitsmarktvorbereitende Fächer hinreichend berücksichtigen.“


Nachholbedarf sieht der Unternehmer auch bei der Einbindung von Schülerinnen und jungen Absolventinnen in technische Berufe. Bei Jugendlichen werde der Fokus zudem generell zu wenig auf die MINT-Berufe gelenkt. Hier blieben zu viele Potentiale ungenutzt. „Gleiches gilt für das Handwer", so Müller-Arnecke. "Viele Jugendliche entscheiden sich für ein Studium, ohne sich zuvor hinreichend über ihre Chancen beim lokalen Handwerk zu informieren. Gerade vor dem Hintergrund klimaschonender Bauweisen, Sanierungen und dem Einsatz erneuerbarer Energien ist dies ein großer Verlust für die Handwerksbetriebe.“

Kritisch merkt Müller-Arnecke an, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sich nicht erst in der Arbeitslosigkeit beruflich neu orientieren und weiterqualifizieren dürften. „Wenn sich abzeichnet, dass ein Berufsbild sich in absehbarer Zeit grundlegend ändert oder ganz wegfallen wird, muss auch eine von der Arbeitsagentur finanzierte Qualifizierung und Umorientierung der betreffenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter möglich sein, bevor die Arbeitslosigkeit eintritt. Hier sind mehr Flexibilität und eine Anpassung an die Verschiebung auf dem Arbeitsmarkt dringend erforderlich.“

Auch die Unternehmen nimmt der Landesvorsitzende in die Pflicht: „Kann ein Unternehmen nicht das gesamte Spektrum einer Ausbildung anbieten oder hat es keinen eigenen Ausbilder, sollte es sich mit anderen Betrieben für eine übergreifende Berufsausbildung zusammenschließen. Dies erhöht sogar die Attraktivität der Ausbildung durch eine abwechslungsreiche Beschäftigung in mehr als nur einem Unternehmen.“

 

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