07. März 2011
Wirtschaftsrat diskutiert über Profisport – „Ein Geschäft für wen?“
Auf einer Veranstaltung des Wirtschaftsrates in Karlsruhe zum Thema „Profisport – Ein Geschäft für Wen? diskutierten KSC-Präsident Ingo Wellenreuther und Markus Schur, Sportdirektor des TC Rüppurr, gemeinsam mit den Mitgliedern des Wirtschaftsrates.

„Meine Vision ist, neben der Damentennis-Bundesliga-Mannschaft auch ein Top-Damen-Tennisturnier in Karlsruhe auszutragen“, erläuterte Schur seine Zukunftspläne, „Im Frühsommer die Tennis-Bundesliga und im Sommer das zweitgrößte deutsche  Damenturnier nach dem Porsche Grand Prix in Stuttgart wäre ein für Sponsoren attraktives Angebot.“ Aber eben auch nur mit Sponsoren zu realisieren; da geht es dem TCR Rüppurr nicht anders als dem großen KSC. „Die drei wesentlichen Einnahmequellen für den KSC sind Fernsehgelder, Zuschauereinnahmen und Vermarktungserlöse“, so Wellenreuther, der sich eine Kraftanstrengung der gesamten Karlsruher Wirtschaft wünscht, um beim KSC dauerhaft Top-Fußball anbieten zu können. Deutlich wurde im weiteren, dass sich beide Vereine auf unterschiedlichen finanziellen Niveaus sehr bemühen müssen, um Sponsoren in der Region zu akquirieren. „Wir sehen auch immer wieder Mäzene, die Mannschaften fördern, dies sind aber oftmals nur Strohfeuer, die Mannschaften verschwinden so schnell wie sie Erfolge hatte“, erläutert Schur im Gegensatz dazu die langfristige Strategie des TCR, der mit seinem Weg des Freundeskreises  und des Sponsorings bereits seit 1977 Bundesliga-Tennis in Karlsruhe anbietet – bis 2005 Herren-Bundesliga seit 2006 Damen-Bundesliga gekrönt von den Meistertiteln 2006 und 2007 und der Vizemeisterschaft 2008.

 

Ein weiterer Schwerpunkt liegt sowohl beim Fußball als auch beim Tennis in der Nachwuchsarbeit. „Wobei gute Nachwuchsarbeit heute nicht unmittelbar in den Spitzensport führt, hier muss man in den Jugendmannschaften mit viel Feingefühl vorgehen. Unser Ziel ist es, im Jugendbereich Spieler auszubilden, die es später in den Profifußball schaffen können. Dazu müssen angemessene Trainingsbedingungen geschaffen werden. Herausragende Talente müssen dabei inzwischen schon frühzeitig an den Verein gebunden werden“, beschrieb Wellenreuther die Strategie der KSC. Ähnlich läuft es auch beim Tennis: „Der Schritt vom Nachwuchstalent zum Profi wird immer größer“, resümiert Schur. Eine neue Steffi Graf oder einen neuen Boris Becker sieht er zur Zeit in Deutschland nicht.

 

Ein konkretes Ergebnis hatte der Abend bereits für beide Seiten, so stellte Ingo Wellenreuther ein Fußball-Tennis zwischen KSC-Spielern und den Damen des TC Rüppurr in Aussicht. Eine Marketingidee, die Markus Schur und seine Spielerin Stephanie Gehrlein gerne aufnahmen.

 

„Wichtig ist, dass wir den Spitzensport in der Stadt und der Region erhalten“, zog Hans-Peter Steiert nach lebhafter Diskussion sein Fazit, „Der Spitzensport ist für Karlsruhe sowohl in Richtung Breitensport wichtig, spielt aber auch für ein positives Image einer Stadt und Region eine wichtige Rolle.“

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