23. März 2020
Wirtschaftsrat fordert gezielte Finanzhilfen statt neuer europäischer Tabubrüche
Wolfgang Steiger: Coronabonds schaden Eurozone mittel- und langfristig enorm

Der Wirtschaftsrat der CDU e.V. warnt vor der Einführung sogenannter Corona-Bonds. „Hilfe, Unterstützung und europäischer Zusammenhalt sind in dieser außergewöhnlichen Krise fraglos von besonderer Bedeutung. Es kommt jetzt auf entschlossene Maßnahmen an, damit die Gesundheitssysteme nicht kollabieren und Unternehmen wie Banken den 'Shutdown' überstehen und danach wieder durchstarten können. Die Entscheidungen, die jetzt dazu getroffen werden, bestimmen das zukünftige Gesicht und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Europas. Niemandem in Europa ist damit geholfen, wenn die Corona-Krise dazu missbraucht wird,  ein System der Gemeinschaftshaftung zu etablieren, das mittel- bis langfristig der Staatengemeinschaft enorm schaden wird“, warnt Wolfgang Steiger, Generalsekretär des Wirtschaftsrates auf boerse-online.de. 

„Derzeit erleben wir nahezu überall einen massiven Stopp der wirtschaftlichen Aktivität. Ein gleichzeitiger Angebots- und Nachfrageschock, lässt sich nicht bekämpfen, indem einfach neues Geld gedruckt wird oder die Staatsschulden weiter hoch geschraubt werden. Das führt weder unterbrochene Zulieferketten zusammen, noch bringt es Beschäftigte wieder an die Arbeit. „Wir müssen vielmehr erkennen, dass  die unkonventionelle Geldpolitik des letzten Jahrzehnts und rekordhohe Schuldenstände einiger Euro-Staaten einen erheblichen Anteil an der derzeitigen Verwundbarkeit des Systems haben. Wenn wir jetzt versuchen, alles über noch mehr gemeinsame Haftung, frisch gedrucktes Geld und nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik zu lösen, ist das das Rezept für eine gefährliche Stagflation in Europa“, mahnt Wolfgang Steiger.  

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