08. Februar 2019
Wirtschaftsrat fordert Offenhaltung medizinischer Versorgunszentren
Rüdiger Kuhn: Medizinische Versorgung auf dem Land muss sichergestellt werden
Der Wirtschaftsrat der CDU e.V. - Landesverband Berlin-Brandenburg - fordert die Offenhaltung medizinischer Versorgungszentren (MVZ), die jetzt schon einen erheblichen Beitrag zur ambulanten Versorgung leisten. Mit dem geplanten Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) soll deren Gründung und Betrieb nun erheblich eingeschränkt werden. Der Sprecher der Sektion Ostbrandenburg des Wirtschaftsrates, Rüdiger Kuhn, warn ausdrücklich davor: "Gerade in ländlichen Regionen wie Ostbrandenburg brauchen wir jetzt Investitionen und Innovationen in die zukünftigen Strukturen. Vor allem junge Ärzte lassen sich kaum noch in ländlichen Gebieten und der Gesetzesentwurf hätte eine kontraproduktive Wirkung."

Der stellvertretende Vorsitzende der Landesfachkommission Gesundheitswirtschaft, Dr. Matthias Suermondt: Medizinische Versorgungszentren werden als attraktive, familienfreundliche Arbeitgeber besonders von jungen Ärzten bevorzugt. Wir könne es uns in Brandenburg gar nicht erlauben, aus berufsständischem Denken heraus attraktive Versorgungsformen vom Markt zu nehmen. Wenn so viele Regulierungsmechanismen durch diesen Gesetzesentwurf entstehen, werden Ärzte kaum noch bereit sein, freiberuflich zu praktizieren."

Der Gesetzentwurf sieht vor, dass Ärzte, die aus einem MVZ ausscheiden, nur noch nachbesetzt werden können, wenn nach der Bedarfsplanung freie Arztsitze vorhanden sind. "Eine solche Bedarfsprüfung erfordert einen hohen bürokratischen Aufwand und gefährdet die Planungssicherheit" , betont Rüdiger Kuhn. Man habe es in den letzten Jahren ohnehin nicht geschafft, das Gesundheitswesen zu entbürokratisieren. Anstatt neue bürokratische Hürden aufzubauen, muss auf den Innovationsgeist der Unternehmen gesetzt werden, die besonders im Zuge der digitalen Transformation Lösungen bei der ärztlichen Versorgung entwickeln können, fordert Kuhn.