18. März 2011
Wirtschaftsrat Hessen: „Europas Tor zum Weltraum“ liegt in Darmstadt
Der Wirtschaftsrat fordert, den Luft- und Raumfahrttechnologie-Standort Hessen als wichtigen Faktor für Innovation nachhaltig zu stärken. Dies betont der Sprecher der Sektion Darmstadt, Marcel Riwalsky anlässlich einer Informationsveranstaltung im Europäischen Satellitenkontrollzentrum ESA/ESOC (Darmstadt).

Hintergrund: Das ESOC (European Space Operations Centre) ist das Kontrollzentrum der ESA. Seit 1967 ist es für den Betrieb sämtlicher ESA-Satelliten und für das dazu notwendige weltweite Netz der Bodenstationen verantwortlich. Das ESOC hat bislang über 60 Satelliten der ESA operationell betreut, wie Huygens, Mars Express, Venus Express, Rosetta, Envisat, GOCE, Herschel/Planck, etc. Außerdem hat das Zentrum mit seinen 800 Experten zahlreiche Missionen anderer nationaler und internationaler Organisationen unterstützt.

„Ziel muss es sein, innovative und zukunftssichere Arbeitsplätze zu sichern und zu schaffen sowie Forschung und Technologie zu fördern,“ so Riwalsky. Weiterhin seien die Ergebnisse und Erkenntnisse aus Wissenschaft und Forschung für die Wirtschaft nutzbar zu machen und die Gründung von Unternehmen in Hessen zu fördern, die diese Forschungsergebnisse anwenden.

„Hessen ist bereits heute ein international wichtiger Raumfahrtstandort mit nationalen und internationalen Luft- und Raumfahrtinstitutionen. So sind hier ESA, EUMETSAT und die Deutsche Flugsicherung beheimatet. In rund 200 Unternehmen arbeiten landesweit über 7.200 Menschen in der Luft- und Raumfahrtbranche“, sagt Prof. Gora, Sprecher der Landesfachkommission Innovation und Technik im Wirtschaftsrat ist. Die Raumfahrt biete zahlreiche Chancen und Möglichkeiten für kleine und mittelständische hessische Unternehmen - beispielsweise in den Bereichen der Satellitennavigation, Automobilindustrie, Robotik oder Klimaforschung. „Die Raumfahrtbranche schafft und sichert die innovativen Arbeitsplätze des 21. Jahrhunderts und ist damit ein unverzichtbarer Bestandteil einer zukunftsfähigen Wirtschaft. Die Luft- und Raumfahrt ist als Hightech-Branche unverzichtbar für den Wirtschaftsstandort Hessen.“ Hier nehme das Land bereits einen der ersten Plätze in Europa ein.

Die Luft- und Raumfahrt ist als Hightech-Branche unverzichtbar für den Wirtschaftsstandort Hessen

Der Wirtschaftsrat spricht sich dafür aus, den Ausbau des Europäischen Raumflugkontrollzentrums der ESA und des Kontrollzentrums für die Nutzung meteorologischer Satelliten, der EUMETSAT, insbesondere durch Unterstützung bei den anstehenden räumlichen Erweiterungen an den Standorten in Darmstadt zu fördern. „Dieser Schritt ist wichtig für die Forschung und Entwicklung der Wissenschaftsstadt Darmstadt, dem Tor Europas zum Weltraum“, so Marcel Riwalsky.

Er begrüße „die konsequente Förderung des Centrums für Satellitennavigation Hessen (cesah GmbH) als Zentrum für Existenzgründer im Bereich der Anwendungen von satellitengestützten Navigationssystemen auf der Basis der europäischen Galileo-Technologie“. Eine anwendungsorientierte Galileo-Testumgebung im Ballungsraumgebiet Rhein-Main sei unbedingt zu befürworten.

Ziel: Schaffung von 1.000 neuen High-tech-Arbeitsplätzen in Hessen

In diesem Zusammenhang betonen die beiden Vertreter des Wirtschaftsrates, „die Wirtschaft muss sich bereits jetzt intensiv mit Galileo bzw. Satellitennavigation allgemein befassen, um rechtzeitig mit innovativen Produkten am Markt zu sein. Die Anwendungspalette, gerade in Hessen, reicht von Verkehrs- und Telematikanwendungen über Anwendungen im Telekommunikationsbereich bis hin zum Vermessungs- und Bankenwesen.“ Zurzeit werde prognostiziert, dass den 3,4 Milliarden Euro für Investitionen etwa 100 Milliarden Euro an Wertschöpfung durch die Entwicklung und Vermarktung von Anwendungen gegenüberstehen werden. Durch Galileo sollen europaweit über 100.000 zukunftsorientierte Arbeitsplätze entstehen. „Hessen darf es nicht versäumen, sich ein  möglichst großes Stück dieses Kuchens zu sichern. Das Ziel bleibt die Schaffung von rund 1.000 neuen High-tech-Arbeitsplätzen in Hessen. Wir haben ein enormes Interesse daran, die Region in diesem Technologiefeld gut zu positionieren, in enger Zusammenarbeit mit den Expertenteams in Darmstadt.“

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