13. Februar 2017
Wirtschaftsrat: Nach Elbe-Urteil kein "Weiter so"
Hauke Harders: Hamburg braucht klares Konzept für die wirtschaftliche Entwicklung, Ergänzungen zum maritimen Schwerpunkt dringend notwendig

Nach der Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts ist die Fahrrinnenanpassung der Elbe zwar grundsätzlich zulässig, faktisch aber erst einmal wieder auf Eis gelegt. „Das Ergebnis muss ein Weckruf für Hamburg sein. Die jahrelangen Verzögerungen haben den Hafen wichtige Marktanteile und Kundenvertrauen gekostet. Es wäre illusorisch zu glauben, das alles von heute auf morgen wieder wettzumachen, wenn die Elbvertiefung umgesetzt ist. Heißt: Hamburg muss den Kampf um verlorene Marktanteile seines Hafens annehmen und sich gleichzeitig wirtschaftlich breiter aufstellen. Dafür ist aber ein klares Konzept, ein Ziel notwendig“, erklärt Landesgeschäftsführer Hauke Harders

 

Nach Ansicht des Wirtschaftsrates müssen die Weichen für die notwendige Verbreiterung der wirtschaftlichen Basis Hamburgs gestellt werden. „Es geht nicht darum, den Hafen in der jetzigen Situation abzuschreiben. Das wäre ein fataler Fehler. Der Hafen wird weiterhin enorm wichtig und für Hamburg ein Standortvorteil bei Investitionsentscheidungen sein. Deswegen muss er unabhängig von der Elbvertiefung durch infra- und suprastrukturelle Maßnahmen gestärkt werden. Die Drehkreiserweiterung des EUROGATE Container Terminal Hamburg ist dabei ganz wichtig. Parallel dazu brauchen wir aber dringend Ergänzungen zum maritimen Schwerpunkt“, so Hauke Harders.

 

In diesem Kontext erinnert der Wirtschaftsrat an das 2014 veröffentlichte Positionspapier „In Sorge um Hamburg“. Darin skizzieren der ehemalige Bürgermeister Klaus von Dohnanyi, Ex-Finanzsenator Wolfgang Peiner und der frühere Stadtentwicklungssenator Willfried Maier den schleichenden Bedeutungsverlust Hamburgs in einem national und international verschärften Wettbewerbsumfeld. Sie fordern daher einen überparteilichen Schulterschluss, um Hamburg zu einer international führenden Wissenschafts- und Forschungsmetropole auszubauen. Die jüngsten Studienergebnisse der Handelskammer zur Wettbewerbsfähigkeit der Metropolregion Hamburg stützen die Argumentation des Papiers: Fünf von sechs anderen deutschen Regionen konnten zwischen 2000 und 2014 eine zum Teil erheblich stärkere Wirtschaftsdynamik als die Metropolregion Hamburg entwickeln.

Dazu Hauke Harders: „Das Papier legt den Finger genau in die richtige Wunde und ist heute aktueller denn je. In den letzten beiden Jahren sind mit dem Laserzentrum Nord, dem Energie-Campus CC4E in Bergedorf und dem Zentrum für angewandte Luftfahrtforschung zwar neue Forschungseinrichtungen hinzugekommen, aber das ist viel zu wenig. Nach wie vor fehlt ein verbindliches Zielbild und eine standortpolitische Strategie, wie und wohin sich Hamburg als wissenschaftsbasierter Wirtschaftsstandort entwickeln soll.“

Kontakt
Christian Ströder
Referent für Wirtschaftspolitik
Wirtschaftsrat der CDU e.V. Landesverband Hamburg
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