18. Oktober 2016
Wirtschaftsrat Nordrhein-Westfalen fordert Schulfach "Wirtschaft"
Paul Bauwens-Adenauer: Schüler brauchen Grundlagenwissen über wirtschaftliche Zusammenhänge - Ludwig Erhards Soziale Marktwirtschaft ist wichtiger Teil der Allgemeinbildung

Der Wirtschaftsrat der CDU e.V., Landesverband Nordrhein-Westfalen, fordert die Landesregierung auf, das Schulfach "Wirtschaft" einzuführen. „Wenn es eine zentrale Zielsetzung der allgemeinbildenden Schulen ist, Kinder und Jugendliche auf das Leben vorzubereiten, dann gehören die Grundlagen der Sozialen Marktwirtschaft auf den Stundenplan. Auch den Vater unseres deutschen Erfolgsmodells, Ludwig Erhard, müssten alle Schüler als wichtigen Teil ihrer Allgemeinbildung kennenlernen. Unsere Schüler sollten frühzeitig und möglichst umfassend mit der Realität in der Wirtschaft und in den Unternehmen vertraut gemacht werden“, fordert Paul Bauwens-Adenauer, Landesvorsitzender des Wirtschaftsrates Nordrhein-Westfalen.

Die Vermittlung wirtschaftlicher Zusammenhänge ist in Deutschland keine Selbstverständlichkeit, zudem ist sie noch abhängig von Bundesland und Schulform. Hier besteht dringender Nachholbedarf. In Zeiten des Internets und der fast vollständigen Vernetzung ist Wissen zwar unbegrenzt verfügbar, das allein genügt jedoch nicht. Die Schüler müssen es auch anwenden und einsetzen können. Der Wirtschaftsrat Nordrhein-Westfalen setzt sich deshalb dafür ein, dass die Schulen junge Menschen stärker auf den Beruf und das Leben vorbereiten. Ein Schulterschluss von Schule und Wirtschaft ist dabei unabdingbar.

„Nur wenn Bildung auch wirtschaftliches Wissen umfasst, kann sie nachhaltig das Verständnis für das Alltagsleben in unserem Land fördern. Oft liegen bei Schülern die Vorstellung und Realität noch weit auseinander. Ein Schulfach ‚Wirtschaft‘ kann eine Brücke schlagen zwischen Schule und Arbeitswelt und oft auch zwischen Wunsch und Wirklichkeit“, erklärt der Landesvorsitzende.

Unterlegt wird die Forderung von einer Jugendstudie des Bundesverbands deutscher Banken, laut derer vier von zehn Schüler schlechte oder gar keine Wirtschaftskenntnisse haben, sich aber etwa zwei Drittel der Befragten stark für wirtschaftliche Themen interessieren. "Das ist ein Armutszeugnis für uns als die führende Wirtschafts- und Industrienation Europas", unterstreicht Bauwens-Adenauer.


 

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