11. Juli 2013
Wirtschaftsrat Nordrhein-Westfalen im Dialog mit Bundesumweltminister Peter Altmaier


Fünfzig Jahre Wirtschaftsrat waren Anlass genug, den Blick nach vorne zu richten und mit Bundesumweltminister Peter Altmaier vor allem über die Perspektiven der energieintensiven Unternehmen in Nordrhein-Westfalen zu sprechen. Nordrhein-Westfalen verfügt über die höchste Dichte an energieproduzierenden wie verbrauchenden Unternehmen in Deutschland. Sichtbar wohl fühlte sich der gebürtige Saarländer Altmaier beim Wirtschaftsrat Nordrhein-Westfalen. Im übervollen Bankettsaal des Steigenberger Hotels an der Düsseldorfer Kö wusste der eloquente CDU-Politiker nicht nur die Bedeutung des Unternehmerverbandes zu würdigen, sondern ebenso für seine Vorstellungen von einer erfolgreichen Energiewende überzeugend zu werben. Sie löse aus seiner Sicht einen neuen Innovationszyklus aus.

 

Einig waren sich Wirtschaft und Politik, dass das rot-grüne EEG-Desaster dringend repariert werden müsse. Dieses werde laut Altmaier vor der Bundestagswahl aber nicht mehr möglich sein. Er rechne damit, dass bis 2017 oder 2018 die Grenze von 52 Gigawatt Solarleistung erreicht sein werde, ab der die Abnahmegarantie von Solarstrom nicht mehr greife. Dies sei nur ein kleiner Trost angesichts der stetig steigenden Energiepreise, empfanden die Unternehmensvertreter. Der Umweltminister pflichtete dem bei: Es sei sein Credo, dass Energie sicher und bezahlbar bleiben müsse. Wirtschaftliches Wachstum und Klimaschutz dürften sich nicht ausschließen. „Die Energiewende ist erst dann ein Erfolg, wenn Deutschland ein wettbewerbsfähiges und leistungsstarkes Land bleibt“, postulierte Altmaier und griff damit den Hinweis von Freiherrn Dr. Reinhardt von Leoprechting, Mitglied des Bundesvorstandes des Wirtschaftsrates Deutschland, auf, dass das EEG in seiner Folge zu einer schwindenden internationalen Wettbewerbsfähigkeit sowie zu einer schleichenden Deindustrialisierung Nordrhein-Westfalens beitrage. „Dabei ist es gerade die Industrie gewesen, welche die deutsche Volkswirtschaft in die Lage versetzt hat, nach der Krise schnell wieder Tritt zu fassen.“ Nordrhein-Westfalen müsse daher Industrieland bleiben, forderte Freiherr Dr. von Leoprechting unter großer Zustimmung.

Umweltminister Altmaier
1 / 4

(Fotos: Wirtschaftsrat)