12. August 2016
Wirtschaftsrat: Offenlegung von Einkaufspreisen wäre ein ordnungspolitischer Sündenfall
Landesvorsitzender Reimer Tewes: "Die Lieferbeziehungen sind essentiell für einen lebendigen Wettbewerb"

Der Wirtschaftsrat der CDU e.V., Landesverband Schleswig-Holstein, lehnt die Offen­legung der Einkaufspreise großer Supermarktketten ab, wie sie Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) fordert, um die Marktmacht der vier großen Einzelhandels zu begrenzen:

 

"Dieser Vorschlag greift in elementare Bestandteile des Wettbewerbs ein und zeugt von mangelnder Kenntnis wirtschaftlicher Zusammenhänge. Er stellt einen völlig unverhältnismäßigen Eingriff in den ohnehin stark umkämpften Einzelhandelsmarkt dar", kritisiert Reimer Tewes, Landesvorsitzender des Wirtschaftsrates in Schleswig-Holstein. "Außerdem gibt es nicht einen Einkaufspreis im Handel. Grundlage des Geschäftserfolgs sind vielmehr hochkomplexe Verträge, die Sonderangebotsaktio­nen, Regalplatzierungen und Marketingzuschüsse regeln und so dem Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil sichern. Es kann nicht angehen, dass Konkurrenten Einblick in diese Vertragsbestandteile bekommen. Schon deshalb nicht, weil jeder Wett­bewerb gänzlich zerstört wird, wenn absolute Preistransparenz herrscht. Das hat mit Markt nichts zu tun."