05. Dezember 2017
Wirtschaftsrat positioniert zu US-Steuerreform in der Frankfurter Allgemeine Zeitung
Wolfgang Steiger: Das deutsche Steuerrecht muss reformiert werden, um unseren Industriestandort international wettbewerbsfähig zu halten

Angesichts der vom Senat umfassenden US-Steuerreform mahnt der Wirtschaftsrat die nächste Bundesregierung an, auch in Deutschland niedrigere Steuern für Unternehmen und Bürger anzustreben. Der Generalsekretär des Wirtschaftsrates warnte in der Frankfurter Allgemeine Zeitung von heute: „Die amerikanischen Steuersenkungen werden massive Auswirkungen auf Europa und insbesondere Deutschland haben. Gefährdet ist die Attraktivität unseres Landes im globalen Wettbewerb um den besten Standort.“ Vor allem die Senkung der Körperschaftsteuer von derzeit 35 auf 20 Prozent sowie die angedachte vergünstigte Repatriierung von im Ausland liegenden Geldbeständen amerikanischer Unternehmen würden Investitionen in Amerika kräftig befeuern. Deutschland laufe Gefahr, bei der Unternehmensbesteuerung wieder an die Spitze der Länder mit der höchsten Belastung zu rücken. Die Politik muss entschieden gegenzusteuern und die Rahmenbedingungen für Unternehmen deutlich verbessern.“

 

Für Deutschland kann sich die Lage durchaus noch weiter verschärfen: Denn auch in Großbritannien, Schweden und Frankreich gibt es Pläne, Gewinne und Vermögen steuerlich zu entlasten. „Deutschland hat schon auf EU-Ebene lange den Anschluss an die Länder verloren, die mit großangelegten Steuerreformen ein wettbewerbsfähiges und schlankes Steuersystem geschaffen haben. Dies wird die US-Steuerreform verschärfen. Das deutsche Steuerrecht muss reformiert werden, um unseren Industriestandort international wettbewerbsfähig zu halten. Die komplexe und international systematisch unbekannte Gewerbesteuer, die geplante Abschaffung der Abgeltungssteuer sowie die hohen Einkommensteuersätze für Gesellschafter von Personengesellschaften sind international unbekannt. Insgesamt sind die Komplexität unseres Steuerrechts und die Trägheit der Steuerverwaltung, Veranlagung und Prüfung ein zweiter Hemmschuh im harten Wettbewerb um Standortvorteile“, warnt Wolfgang Steiger. „Wenn die künftige Bundesregierung nicht schnell handelt, werden verstärkt Betriebe und damit Arbeitsplätze und Wohlstand ins Ausland verlagert. Der Wirtschaftsrat fordert als Sofort-Maßnahmen: Erstens, die Beibehaltung der Abgeltungssteuer, 2. Die Transformation der Gewerbesteuer in eine kommunale Aufschlagssteuer auf die Körperschaftsteuer und drittens die komplette Abschaffung des Solidaritätszuschlags.

 

Lesen Sie den Artikel in der Frankfurter Allgemeine Zeitung von heute.

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