07. November 2018
Wirtschaftsrat: Rentenpaket verschärft Ungerechtigkeit zwischen den Generationen
Wolfgang Steiger: Jungen Beitragszahlern werden unverantwortliche Lasten aufgebürdet

Berlin, 7.11.2018. Der Wirtschaftsrat der CDU e.V. kritisiert das Rentenpaket der Bundesregierung. Es soll morgen im Bundestag verabschiedet werden. „Die Große Koalition prasst auf Kosten der jüngeren Generationen“, kritisiert Generalsekretär Wolfgang Steiger. „Jüngeren Beitragszahlern werden unverantwortliche Lasten aufgebürdet, damit die Bundesregierung teure Wahlgeschenke verteilen kann. Das wird die Ungerechtigkeit zwischen den Generationen verschärfen und mittelfristig zu neuen gesellschaftlichen Konflikten führen.“

 

Die Kosten des Rentenpakets belaufen sich nach Angaben des Finanzwissenschaftlers Martin Werding von 2019 bis 2025 auf 36 Milliarden Euro. Die Deutsche Rentenversicherung Bund hat zudem errechnet, dass der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung eigentlich um 0,4 Prozentpunkte von 18,6 auf 18,2 Prozent absinken könnte. „Eine Entlastung der Beitragszahler um sechs Milliarden Euro wird für ein garantiert nicht nachhaltiges Rentenpaket geopfert“, kritisiert Wolfgang Steiger. „Und vom Einfrieren des Rentenniveaus profitieren vor allem Personen mit höheren Renten. Ein wirksamer Beitrag zur Armutsbekämpfung ist dies nicht.“

 

Der Schlüssel zu auskömmlichen Renten für die Älteren ohne Überlastung der Jungen liegt stattdessen in mehr Transparenz in der Altersvorsorge bei gleichzeitiger Verlängerung der Lebensarbeitszeit mit der Bindung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung. „Wir müssen uns ehrlich machen. Bei immer weniger Beitragszahlern und steigender Rentenbezugsdauer führt kein Weg daran vorbei, dass die Menschen in Zukunft auch über das 67. Lebensjahr hinaus arbeiten", betont Wolfgang Steiger. „Zudem brauchen wir endlich mehr Transparenz in der Altersvorsorge durch ein säulenübergreifendes Renteninformationssystem. Dadurch würde Älteren die fälschlicherweise geschürte Furcht vor massenweiser Altersarmut genommen, und Jüngere werden vor Überlastung geschützt, wenn jedes Rentengeschenk künftig ein individuelles Preisschild für die Beitragszahler trägt.“

Dadurch würde für jeden ganz unmittelbar ersichtlich, dass die Sozialdemokraten mit dem geplanten neuen Rentenpaket den Generationenvertrag aufkündigen, da sie die Kosten des demographischen Wandels einseitig den Jungen aufbürden.

 

Bisher lässt die Bevölkerungsalterung durch den von Rot-Grün eingeführten demographischen Faktor zugleich Rentenbeiträge steigen (und damit Nettolöhne der Erwerbstätigen schrumpfen) sowie das Rentenniveau sinken. Künftig soll nach dem Gesetzentwurf von Minister Heil das Rentenniveau bei 48 Prozent festgeschrieben werden. Die Folge: Rentenbeiträge steigen noch rasanter, die jungen Erwerbstätigen werden einseitig zum Lastesel des demographischen Wandels. „Nach 2024, wenn die Rentenbeiträge nach den SPD-Plänen auf 22 Prozent gestiegen sind, dürften die Jungen zudem über höhere Steuern zur Ader gelassen werden“, warnt Wolfgang Steiger. „Die große Koalition sollte sich endlich einmal die Frage stellen, warum sie trotz permanenter Wählergeschenke in Milliardenhöhe dermaßen unbeliebt ist.“

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