30. Januar 2017
Wirtschaftsrat: Senat hat keinen Plan für die Entwicklung Hamburgs
Hauke Harders: Futterneid zwischen norddeutschen Ländern verhindert Wachstum

Der Wirtschaftsrat Hamburg feiert am heutigen Abend seinen traditionellen Neujahrsempfang und begrüßt den Präsidenten des Deutschen Bundestages, Prof. Dr. Norbert Lammert, als Ehrengast. Rund 800 geladene Gäste werden erwartet.

 

Anlässlich des Empfangs erklärt der Landesgeschäftsführer des Wirtschaftsrates, Hauke Harders: „Zwei Jahre ist die letzte Bürgerschaftswahl her und der Senat hat noch immer keinen Plan, wohin sich Hamburg entwickeln soll. Die Vision von der ‘Fahrradstadt Hamburg‘ kann wohl kaum die Antwort sein. Unserer Stadt fehlt ein stringentes und langfristiges Entwicklungskonzept, wie es seinerzeit Ole von Beust mit der Wachsenden Stadt hatte.“

 

Hamburg ist nicht nur Stadt, sondern auch Zentrum der Metropolregion. Die jüngsten Studienergebnisse der Handelskammer zur Wettbewerbsfähigkeit zeigen, dass die Metropolregion Hamburg in Sachen Wirtschaftsdynamik den Anschluss verliert: „Die lahmende Zusammenarbeit zwischen den norddeutschen Ländern behindert das Wachstum. Selbst bei Projekten, von denen alle Länder profitieren, Beispiel A20-Ausbau oder Elbvertiefung, wurde und wird quergeschossen. Nun haben wir schon überall SPD-geführte Landesregierungen im Norden und trotzdem ist der Futterneid untereinander nach wie vor groß. Man muss sich fragen: Wenn es jetzt nicht klappt mit der Kooperation, wann dann?“, so Hauke Harders.

 

Die Tatsache, dass von den 500 größten Unternehmen in Deutschland 48 ihren Hauptsitz in der Metropolregion Hamburg haben, wertet der Wirtschaftsrat als trügerisches Zeichen. „Die Zahl der Firmensitze sagt zunächst einmal nichts über die tatsächliche Wertschöpfung für die Region aus. Die Lebensqualität und das Renommee von Hamburg mögen in vielen Fällen den Ausschlag für die Ansiedlung geben. Geforscht, entwickelt und produziert wird aber woanders“, betont Hauke Harders.

 

Bei allem Eifer für den Wohnungsbau vergisst der Hamburger Senat, ausreichend Flächen für Gewerbe und Industrie bereitzustellen. „Die Balance zwischen Wohnungsbau und Gewerbeflächen stimmt nicht. Der Senat lässt sich angesichts der großen Frage nach Wohnraum dazu verleiten, Büros und Gewerbeflächen zu reduzieren. Diese werden aber dringend benötigt – nicht anstatt, sondern zusätzlich zu den Wohnungen!“, sagt Hauke Harders.

Kontakt
Christian Ströder
Referent für Wirtschaftspolitik
Wirtschaftsrat der CDU e.V. Landesverband Hamburg
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