10. April 2015
Wirtschaftsrat übergibt Positionspapier an Ministerpräsident Haseloff
Der Gesundheitswirtschaft kommt als Wachstumsmotor eine immer stärkere Bedeutung in Sachsen-Anhalts Wirtschaft zu. Der Wirtschaftsrat Sachsen-Anhalt hat Ministerpräsident Reiner Haseloff das Positionspapier seiner Landesfachkommission Gesundheitswirtschaft überreicht.

Nach der Begrüßung durch den Landesvorsitzenden Dr. Michael Moeskes machten der Vorsitzende der Landesfachkommission Jens Hennicke, Leiter der Landesvertretung der Techniker Krankenkasse, und sein Stellvertreter Peter Löbus, Stabsstellenleiter alternative Versorgung der AOK, deutlich, dass in der Gesundheitswirtschaft 17,3 Prozent der in Sachsen-Anhalt sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten tätig sind. Davon gut drei viertel Frauen.

Zusätzlich ergeben sich in der Gesundheitswirtschaft Herausforderungen, die nicht ausschließlich aus den erkennbar wachsenden Bedarfen im Gesundheitssystem des Landes, sondern auch aus neuen innovativen Technologien, den internationalen Wissensströmen und einem zunehmenden Engpass des Arbeitskräftepotentials, insbesondere im Bereich der hochqualifizierten Fachkräfte erwachsen. Die beiden Vertreter der großen Krankenkassen unterstrichen, dass der Wirtschaftsrat den Ministerpräsidenten tatkräftig bei der Umsetzung des Positionspapiers unterstützen würde.

Der politische Kurs im Gesamtsystem der Gesundheitswirtschaft müsste in Richtung Effizienz, Innovation, Wachstum, Verantwortung, Kompetenz und Werthaltigkeit neu justiert werden.
Die wichtigsten politischen Aufgaben in diesem Prozess sieht der Wirtschaftsrat Sachsen-Anhalt in der Sicherstellung des Zugangs der Bevölkerung zu qualitativ hochwertigen gesundheitswirtschaftlichen Dienstleistungen, unabhängig von Einkommen,  erklärte der Wirtschaftsrat.

Die Schwerpunktaufgaben seien u. a. die allumfassende Beachtung und Berücksichtigung der Auswirkungen des demografischen Wandels unserer Gesellschaft und deren Einbeziehung in die politischen Entscheidungen, die Wahrung ethischer Grundsätze und des Selbstbestimmungsrechts des Patienten, die Einflussnahme auf die Vertragsgestaltung des Transatlantischen Freihandels- und Investitionsabkommens (TTIP) im Sinne der Beibehaltung regionaler gesundheitswirtschaftlicher Effekte (z.B. Krankenhausplanung, Preisgestaltung Medikamente etc.) und eine offene Diskussion zur Priorisierung in der medizinischen Versorgung im Gegensatz zur Diskussion zur Rationierung.


Ministerpräsident Haseloff bedankte sich bei den Verfassern des Papieres und sicherte zu, dass der Sachverstand des Wirtschaftsrates Sachsen-Anhalt in kommende Entscheidungen einfließen werde.

 

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