25. März 2020
Unternehmen im Gewerbegebiet Vaihingen/Möhringen durch die Änderung des Verkehrskonzepts massiv gefährdet
Wirtschaftsrat Baden-Württemberg fordert, am dringend notwendigen kompletten Ausbau der Nord-Süd-Straße festzuhalten.

Die Stadtverwaltung Stuttgart hat den Gemeinderäten sowie den zuständigen Bezirksbeiräten ein Verkehrskonzept für das Gewerbegebiet Vaihingen/Möhringen (SynergiePark) vorgelegt. Ein solches Konzept ist überfällig, denn als größtes Gewerbegebiet der Landeshauptstadt mit zahlreichen Traditionsunternehmen ist der SynergiePark dringend auf eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur angewiesen. Umso verheerender ist, dass durch den Verlauf eines neu von der Verwaltung nun vorgesehenen Radwegs eine der wichtigsten Maßnahmen dieses Verkehrskonzeptes nicht mehr möglich sein soll: Der dreispurige Ausbau der Nord-Süd-Straße von der Industriestraße aus nach Norden bis zur Vaihinger Straße bzw. dem Hengstäckertunnel.

„Dieser Ausbau war nicht nur versprochen, sondern stand bislang auch völlig außer Frage“, so der Landesvorsitzende des Wirtschaftsrats Baden-Württemberg, Joachim Rudolf, der selbst lange Jahre im Stuttgarter Gemeinderat aktiv war. „Als Wirtschaftsrat setzen wir uns schon lange für eine Stärkung gerade auch dieses Vorzeige-Gewerbegebietes ein. Wenn man nun an der zentralen Verkehrsachse ein Nadelöhr plant, kann man sich alle anderen Maßnahmen eigentlich schenken“. Steffen Beck, Sprecher der Sektion Stuttgart des Wirtschaftsrats Baden-Württemberg, ergänzt: „Die Stadt unterstreicht auf ihrer Webseite, dass das Gewerbegebiet Vaihingen/Möhringen für die Wirtschaftskraft der gesamten Region Stuttgart von herausragender Bedeutung ist. Es ist bestürzend, dass diese Erkenntnis den Verkehrsplanern offenbar entgangen ist.“ Beck und Rudolf sind sich einig: „Natürlich sind auch Fahrradwege wichtig, aber die kann und muss man so planen, dass es nicht zu Lasten von ebenso wichtigen Maßnahmen geht. Der nun vorgelegte Planungsentwurf muss hier dringend nachgebessert werden.“

Ein Verzicht auf den kompletten Ausbau der Nord-Süd-Straße würde zu immensen Kollateralschäden führen. Den Preis zahlen die Bürger in Vaihingen und Möhringen, die keine Entlastung vom starken Zufahrtsverkehr erhalten, aber auch Mitarbeiter, Lieferanten und Kunden zahlreicher Traditionsunternehmen wie die Friedrich Scharr KG, Lapp Kabel, DEKRA, Daimler, Ed. Züblin AG oder Trelleborg – um nur einige wenige zu nennen. „Das legt die Axt an die Wurzel des Standorts insgesamt“, so Joachim Rudolf.