12. Februar 2013
Kalte Progression und Fachkräftemangel
Dr. Hartmut Paul, Geschäftsführer pro votum GmbH, über lohnsteuerliche Gestaltungsmöglichkeiten als Anreize zur Fachkräftebindung - und gewinnung
Der Sektionssprecher Südthüringen Dr. Wolfgang Müller begrüßte zur Veranstaltung des Wirtschaftsrates zum Thema: "Mehr Netto vom Brutto".
Foto: Wirtschaftsrat

Kalte Progression und Fachkräftemangel - so ließen sich die Inhalte der Veranstaltung der Sektion Südthüringen in Suhl auch zusammenfassen. Das Motto der Veranstaltung war jedoch: "Mehr Netto vom Brutto". Der Referent, Dr. Hartmut Paul, Geschäftsführer der pro votum GmbH, führte zunächst ins Thema ein und veranschaulichte sehr plastisch und an Hand konkreter Beispiele Mitgliedern des Wirtschaftsrates, was unter der kalten Progression zu verstehen ist und welche versteckten Steuererhöhungen sich dahinter verbergen. Rund 63 Milliarden Euro würden dem Fiskus bei der Abschaffung der derzeitigen Einkommensbesteuerung verloren gehen.

 

Vor dem Hintergrund steigender Steuersätze in Abhängigkeit eines erhöhten Bruttoeinkommens wurden Möglichkeiten zur Mitarbeiterbindung vorgestellt, die sowohl dem Mitarbeiter steuerliche Vorteile und am Ende ein höheres Netto ermöglichen, andererseits dem Unternehmer eine geringere Gesamtlohnbelastung für sein Unternehmen bescheren. Von den insgesamt 103 mögliche Maßnahmen zur Lohnkostenoptimierung mit Effekten für Arbeitgeber und Arbeitnehmer konnten in dem knapp zweistündigen Vortrag allerdings nur einige angerissen werden. Dies jedoch genügte, um einen durchaus bemerkenswerten Effekt zu veranschaulichen, mit dem sich Maßnahmen zur Fachkräftegewinnung und Mitarbeiterbindung co-finanzieren lassen.

 

Einhellige Meinung der Anwesenden - ein toller Input für die eigene Arbeit im Unternehmen, aber was für eine unsinnige Steuergesetzgebung in Deutschland. Hier wurde dringender Handlungsbedarf angemahnt.