10. Mai 2019
Wirtschaftsrat unterstützt Entwurf des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes
Wolfgang Steiger: Jetzt sind die rasche Umsetzung und eine Öffnung für Zeitarbeit wichtig

Der Wirtschaftsrat der CDU e.V. unterstützt den gestern in den Bundestag eingebrachten Entwurf der Bundesregierung für ein Fachkräfteeinwanderungsgesetz. „Seit etwa zehn Jahren kämpft der Wirtschaftsrat für ein transparentes Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das mehr qualifizierte Zuwanderung ermöglicht“, sagt Generalsekretär Wolfgang Steiger. „Nur so kann abgewendet werden, dass sich der Fachkräftemangel zur Wachstumsbremse Nummer eins in Deutschland entwickelt. Es ist deshalb sehr erfreulich, dass nun ein entsprechender Vorschlag vorliegt. Wir fordern die rasche Umsetzung bei gleichzeitiger Öffnung des Gesetzes für die Zeitarbeit.“

Die Zahl der offenen Stellen ist auf aktuell rund 1,5 Millionen angestiegen – 20 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Deshalb ist es wichtig, alle Beschäftigungspotenziale im Inland auszuschöpfen, gleichzeitig aber auch mehr qualifizierte Zuwanderung aus dem Ausland nach Deutschland zu lenken. „Die Einbeziehung der Zeitarbeit ist dabei entscheidend, denn gerade Mittelständler tun sich schwer damit, im Ausland auf die Suche nach Fachkräften zu gehen“, erklärt Wolfgang Steiger. „Umso wichtiger sind Personaldienstleister, die das übernehmen und Arbeitskräfte dann hier an Mittelständler weiterverleihen. Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz sollte deshalb unbedingt ermöglichen, dass auch Personaldienstleister Arbeitnehmer aus dem Nicht-EU-Ausland rekrutieren können.“

Waren es noch vor einigen Jahren vor allem die MINT-Berufe, in denen Fachkräfte fehlten, so trifft der Arbeitskräftemangel inzwischen die Wirtschaft in ganzer Breite. „Uns muss bewusst sein: Der Mangel an Fachkräften ist nicht vorübergehend oder konjunkturell bedingt, sondern dauerhaft und strukturell“, warnt Wolfgang Steiger. „Er wird sich weiter verschärfen, denn bis 2040 wird die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter voraussichtlich um sechs Millionen sinken. Wir sollten daher auch zusätzliche Anstrengungen unternehmen, um Fachkräfte im Land zu halten.“ Gerade junge Deutsche im Alter von 22 bis 30 verlassen ihr Heimatland besonders zahlreich – jährlich etwa 8.000 bis 10.000 je Jahrgang. „Für junge, mobile Fachkräfte ist es oft entscheidend, die Steuern- und Abgabenlast zu senken“, sagt Wolfgang Steiger. „Bei der Besteuerung von Alleinstehenden belegt Deutschland zusammen mit Belgien einen unrühmlichen Spitzenplatz. Auch hier müssen wir dringend besser werden.“

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