04. Januar 2017
Wirtschaftsrat warnt Schleswig-Holstein vor Prioritätswechsel bei der Windenergie von On- zu Offshore

Mit Erstaunen hat sich der Landesvorsitzende des Wirtschaftsrates der CDU e.V. Schleswig-Holstein, Dr. Christian von Boetticher, zu den Energieplänen des designierten CDU-Spitzenkandidaten Daniel Günther geäußert. Hintergrund: Der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag sh:z vom 4. Januar 2017 zitiert Günther, man wolle bei der Energiewende den Ausbau von Offshore-Windkraft forcieren. „Darin liegt für Schleswig-Holstein eine viel größere Zukunft als im weiteren Ausbau der Windräder an Land“, habe Günther gesagt.


„Ich habe die Aussagen der CDU-Landespartei bisher nicht als Umsteuerung hin zu Offshore-Windkraft, sondern lediglich als stärkere Berücksichtigung des Menschen in der Planung und Umsetzung der Onshore-Windkraft verstanden“, so von Boetticher. Tatsächlich stünden sowohl die beschlossenen Ausbauziele - zwei Prozent der Landesfläche für Onshore-Projekte und Erreichung der 300 Prozent-Produktion des Energiebedarfs durch Erneuerbare - ebenso unverändert im Entwurf des Landtagswahlprogramms wie die Unterstützung von Bürgerwindparkgesellschaften für Onshore-Windkraft.  Allerdings solle mehr Abstand zum Menschen gehalten werde, was aber mit weniger Abstand zu Naturschutzflächen und einer umfangreichen Einbeziehung von Repowering-Fläche kompensiert werden solle.

 

„Nachdem die ausschließlich mittelständisch geprägte Branche der Onshore-Windenergie jedes Jahr über 1,5 Milliarden Euro allein in Schleswig-Holstein investiert hat – mehr als jede andere Branche – wäre es niemanden zu erklären, warum dieser volkswirtschaftliche Motor zugunsten von Vorhaben der Großindustrie auf See abgewürgt werden soll.“, so Boetticher weiter.  Nichts davon stünde derzeit im Entwurf des Landtagswahlprogrammes, und es sei der mittelständisch geprägten Wirtschaft in Schleswig-Holstein auch nicht vermittelbar. „Ich kann nur davor warnen“, kritisierte der ehemalige Umweltminister, „nun wieder die zweite Rolle rückwärts in der Energiewende zu machen.“ Mittelständische Betriebe erwarteten Planungssicherheit. Dies gelte auch für die Windbranche, deren Betriebe bereitstünden, um in Windkraft an Land zu investieren und auch hier ihre Steuern zahlten. Er erwarte, daß sich die CDU auf ihrem Prorammparteitag in diesem Sinne Kurs hält.

 

Die Nutzung von Windenergie aus der Region habe inzwischen in vielen Branchen einen ho¬hen Image- und Marketingwert. „Auch das Unternehmen Peter Kölln GmbH & Co. KGaA nutzt als heimischer Hersteller von nachhaltig produzierten Nahrungsmitteln selbst¬ver-ständlich grünen Strom.“, so der Geschäftsführer des Lebensmittelherstellers.

Kontakt
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Landesgeschäftsführer

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