07. Mai 2020
Wirtschaftsrat zu Koalitionsverhandlungen: Weichen auf Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum stellen
Wer Wirtschaftsmetropole bleiben will, muss Wissenschaftsmetropole werden / „Technologie- und Wissenschaftsagenda 2030“ gefordert

Anlässlich der laufenden Koalitionsverhandlungen in Hamburg warnt der Wirtschaftsrat die SPD eindringlich davor, faule Kompromisse zu Lasten der Hamburger Wirtschaft einzugehen. Jetzt ist nicht die Zeit für sozial-ökologische Träumereien. Die Unternehmen in Hamburg erwarten einen Koalitionsvertrag, der ihnen angesichts der Corona-Krise klare und verlässliche Perspektiven aufzeigt.

Dazu der Landesvorsitzende Dr. Henneke Lütgerath: „Die Corona-Pandemie hat die Ausgangslage der Koalitionsverhandlungen verändert. Oberste Priorität des künftigen Senats muss sein, die Weichen auf wirtschaftlichen Aufschwung und nachhaltiges Wachstum zu stellen. Erforderlich sind – ganz im Sinne der Sozialen Marktwirtschaft – fördernde Rahmenbedingungen, die den Unternehmen mehr Entfaltungsspielraum und größere Planungssicherheit geben. Bürokratische Prozesse müssen schneller und einfacher ablaufen. Wichtige Infrastrukturprojekte wie die Köhlbrand-Querung dürfen nicht mehr verschleppt werden. Das Anreizsystem für Startups sollte komplett neu gedacht werden.“

 

Generell muss Hamburg sich als Wirtschaftsstandort besser rüsten und in Teilen neu ausrichten. Der Wirtschaftsrat bekräftigt daher seine Forderung nach einer „Technologie- und Wissenschaftsagenda 2030“. Diese ist bis Ende 2020 zu erarbeiten, damit sie bereits im Doppelhaushalt 2021/22 und folgenden abgebildet werden kann. Schon im April 2019 veröffentlichte der Wirtschaftsrat ein entsprechendes Positionspapier.

 

Die CHE-Studie „Perspektiven der wissenschaftlichen Metropolregion Hamburg – Eine vergleichende Analyse“ hat es aufgedeckt, die Corona-Krise bestätigt es nochmals: Wer Wirtschaftsmetropole bleiben will, muss Wissenschaftsmetropole werden. „Zusätzlich zu den klassischen Säulen der Wirtschaft – Hafen, Logistik, Luftfahrt, Tourismus und der Gesundheitsbranche – muss die Hansestadt in ausgewählten Technologie- und Wissenschaftsbereichen zu einem Zentrum internationaler Exzellenz werden. Das ist die Voraussetzung, um sich als innovationstreibende Wirtschaftsmetropole im nationalen und internationalen Wettbewerbsumfeld des 21. Jahrhunderts behaupten zu können“, so Henneke Lütgerath.

 

Um Hamburg als Wissenschaftsmetropole zukunftsfähig zu machen, braucht es eine übergeordnete Hochschulstrategie und einen wesentlich stärkeren Fokus auf wertschöpfungs- und anwendungsnahe Studiengänge: Technik, angewandte Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik. Der Bereich Digitalisierung und Informatik ist aktuell vollkommen unterrepräsentiert. Zudem sind kooperationshinderliche Strukturen in den Hochschulen aufzubrechen und Anreize für die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft – Stichwort Technologietransfer – zu schaffen.

Kontakt
Christian Ströder
Referent für Wirtschaftspolitik
Wirtschaftsrat der CDU e.V. Landesverband Hamburg
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