19. September 2013
Wirtschaftsspionage - die leise Bedrohung
Zu der Sonderveranstaltung des Wirtschaftsrates konnte Landesvorsitzender Frank Gotthardt zahlreiche Unternehmerkollegen im Innovationsforum der CompuGroup Medical AG in Koblenz begrüßen.

Udo Schauff, Referatsleiter im Bundesamt für Verfassungsschutz, wollte mit seinem Referat die Unternehmer für die Wahrnehmung der Wirtschaftsspionage sensibilisieren. Er machte deutlich, dass die Unternehmen fast nie eine Idee davon haben, dass sie Gegenstand von Spionage werden könnten.

 

Auch das, was der Verfassungsschutz an Wirtschaftsspionage ausmache, bilde nur die Spitze eines Eisberges. Insbesondere aus der russischen Föderation und aus der Volksrepublik China würden gezielt allein 375.000 hauptamtliche Mitarbeiter in Russland und 800.000 Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit in der Volksrepublik China über diplomatische Missionen, Medienorgane oder auch Tarnunternehmen aktiv Unternehmen ausspionieren.

 

Anhand von praktischen Beispielen machte Schauff deutlich, wie die Dienste dabei vorgehen. „Das Idealziel der Wirtschaftsspionage ist immer, den Technologievorsprung eines Unternehmens auf null zu reduzieren“. Er bat die Unternehmer, sich speziell dem Sicherheitsthema in den Unternehmen zu widmen. Eine 100-prozentige Sicherheit, so der Experte zur Spionageabwehr, sei dabei nicht zu garantieren. Man müsse sich auf die strikt geheim zu haltenen Informationen beschränken. Insgesamt könne man feststellen, das 70 Prozent der Informationen im eigenen Unternehmen offen seien. Daher sei es wichtig, die vertraulichen und geheimen Informationen zu quantifizieren und zu qualifizieren. Dem Schutz dieser Informationen müsse daher das besondere Augenmerk des Unternehmers gelten. Im Falle eines Spionageverdachts, so Schauff, sollten Unternehmer sich nicht scheuen, den Bundesverfassungsschutz zu kontaktieren.

 

Jens Dommel, Vice President CGM Life Consumer Health, sprach über die Bedeutung des Datenschutzes und der Sicherheit bei der Übermittlung von Daten im Bereich des Gesundheitswesens. Dr. Adrian Spalka, Head of IT Security CGM, konnte versichern, dass CGM eine absolut sichere Datenübertragung von Beteiligten im Gesundheitswesen garantieren könne. Durch eine Verschlüsselung beim Absender und eine Entschlüsselung beim Empfänger würden die Daten sicher übertragen. Auch Netzwerk-Administratoren hätten keinen Zugriff auf die Daten. Dieser „technische Beschlagnahmeschutz“ sei gesetzlich notwendig und für die  Datensicherheit wichtig.

 

Im Rahmen der Aussprache betonte Friedhelm Ost, früher Regierungssprecher unter Helmut Kohl, dass man die Bedeutung der Sicherheitsdienste in Deutschland nicht überschätzen dürfe. Als Unternehmer müsse man sich von einem „gesunden Mißtrauen“ gegenüber Fremden und möglicher Spionage leiten lassen.

Sonderveranstaltung des Wirtschaftsrates Rheinland-Pfalz zu "Wirtschaftsspionage - die leise Bedrohung" bei CompuGroup Medical AG in Koblenz
Frank Gotthardt, Landesvorsitzender des Wirtschaftsrates Rheinland-Pfalz und Vorsitzender des Vorstandes der CompuGroup Medical AG, bei seiner Begrüßung (Foto: CGM)
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