08. Juni 2015
Wirtschaftstag 2015: Aufbruch statt Zukunftsangst
Parlamentarischer Abend in der Landesvertretung Hamburg in Berlin
Am 09. Juni 2015 war es wieder soweit: Der Wirtschaftsrat der CDU e.V. hatte zum Wirtschaftstag nach Berlin eingeladen. Unter dem diesjährigen Motto „Aufbruch statt Zukunftsangst“ sprachen Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft über den Reformbedarf in Deutschland und Europa. Mit rund 2.700 Mitgliedern, Gästen und Medienvertretern verzeichnete die Veranstaltung einen absoluten Besucherrekord.
Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel MdB spricht auf dem Wirtschaftstag 2015 (Foto: Jens Schicke)

Mit Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel MdB, Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble MdB, dem Staatspräsidenten der Republik Estland, Toomas Hendrik Ilves, Google-Executive Chairman Eric Schmidt, Audi-Vorstandschef Prof. Rupert Stadler, Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser, dem früheren Gouverneur des US-Bundesstaates Florida, John Ellis „Jeb“ Bush und vielen anderen war der Wirtschaftstag in diesem Jahr so prominent besetzt wie selten zuvor. Auf vier hochkarätigen Podien wurde über die deutsch-französische Wirtschaftspartnerschaft, die Neuausrichtung der Energie- und Klimapolitik, die Stabilität Europas und der Finanzmärkte sowie über die Situation des Sozialstaates diskutiert.

 

Mit überwältigender Mehrheit hatte die Bundesdelegiertenversammlung im Vorfeld der offiziellen Eröffnung des Wirtschaftstages Werner M. Bahlsen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bahlsen GmbH & Co.KG, zum neuen Präsidenten des Wirtschaftsrates der CDU e.V. gewählt. Er folgt im Amt auf Prof. Dr. Kurt J. Lauk, President Globe CP GmbH, der nach 15 Jahren Amtszeit nicht mehr kandidierte. 

 

Für den Landesverband Hamburg wurden Ole von Beust (Bürgermeister a.D. / Rechtsanwalt, Ole von Beust Consulting GmbH & Co. KG), Aygül Özkan (Ministerin a.D. / Geschäftsführerin, DB Kredit Service GmbH) und Rene S. Spiegelberger (Stiftungsgründer / Rene S. Spiegelberger Stiftung) in den Bundesvorstand und Dr. Henneke Lütgerath (Partner / M.M.Warburg & CO) in das Präsidium des Wirtschaftsrates gewählt. Die Amtszeit beträgt zwei jeweils Jahre.

Astrid Hamker, Vorsitzende des Landesverbandes Niedersachsen sowie Präsidiumsmitglied und Schatzmeisterin des Wirtschaftsrates der CDU e.V. (Foto: Wirtschaftsrat)

Traditionell fand am Vorabend des Wirtschaftstages der Parlamentarische Abend der fünf norddeutschen Landesverbände des Wirtschaftsrates statt. Astrid Hamker, Vorsitzende des Landesverbandes Niedersachsen sowie Präsidiumsmitglied und Schatzmeisterin des Wirtschaftsrates der CDU e.V., freute sich, rund 170 Mitglieder und Gäste in der Landesvertretung der Freien und Hansestadt Hamburg in Berlin begrüßen zu dürfen. Hamker appellierte an die Politik, den Mittelstand als Rückgrat der deutschen Wirtschaft und das Erfolgsmodell Familienunternehmen durch die anstehende Reform der Erbschaftsteuer nicht zu gefährden: „Ich möchte die Politik darum bitten, hier verantwortungsbewusst vorzugehen. Denn alles, was den Familienunternehmen hilft, hilft dem Land und den Menschen. Familienunternehmen stellen die meisten Arbeitsplätze in diesem Land.“

 

Wie wichtig es ist, dass Politik und Wirtschaft sich mit einer starken Stimme für gemeinsame Interessen einsetzen, betonte Dr. Mathias Middelberg MdB, Vorsitzender der Landesgruppe Niedersachsen sowie stellvertretender Vorsitzender des Parlamentskreises Mittelstand der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, in seinem Grußwort. Er wünsche sich, dass Unternehmer „Farbe bekennen“ und die Forderungen der Politik mit konkreten Beispielen unterstützen. So zum Beispiel in der Diskussion um TTIP: „Deutschland ist wie kein anderes Land auf diesem Erdball auf Export angewiesen“, sagte Middelberg. Es gäbe kein Land, das ein größeres Interesse am Abschluss von Handelsabkommen habe als Deutschland. Ein Aspekt sei im Verhältnis von Politik und Wirtschaft besonders wichtig: Man müsse gemeinsam zusehen, nicht nur untereinander im Gespräch zu sein. Wirtschaftsverbände etwa sollten nicht nur den Dialog mit Abgeordneten, sondern auch mit den Bürgern suchen und offener auf diese zugehen.

 

Michael Grosse-Brömer MdB, 1. Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, griff im folgenden Impulsvortrag die Forderung seines Parteikollegen Middelberg auf und erklärte: „Wir müssen der Bevölkerung erklären, dass Wirtschaft nichts Schlimmes ist. Dass der Wohlstand in Deutschland auch von der Wirtschaft und ihrem Erfolg abhängt“. Gleiches gelte für die soziale Sicherheit, die nur dann bezahlbar sei, wenn die Wirtschaftspolitik gut und die Unternehmen erfolgreich seien. Mit Blick auf die kontroverse, vielfach unseriös geführte Diskussion um TTIP sagte Grosse-Brömer weiter: „TTIP hat wesentlich mehr Chancen als Risiken. Wir müssen sie deutlich machen und uns diesem Meinungsstreit stellen.“ Als Exportnation, als Nation, deren Wohlstand von Produkten abhänge, die weltweit nachgefragt werden, könne man gar nicht gegen Freihandel sein. Man dürfe sich nicht verschrecken lassen.

 

Das anschließende Get-together bot den Teilnehmern Gelegenheit, sich über die Grenzen ihres Landesverbandes hinaus auszutauschen bzw. kennenzulernen und mit den Bundestagsabgeordneten ins persönliche Gespräch zu kommen.

Michael Grosse-Brömer MdB, 1. Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion (Foto: Wirtschaftsrat)
Kontakt
Christian Ströder
Referent für Wirtschaftspolitik
Wirtschaftsrat der CDU e.V. Landesverband Hamburg
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