16. August 2017
Wirtschaftstag des Wirtschaftsrates Sachsen in Chemnitz
Der Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, Stanislaw Tillich, zu Gast beim Wirtschaftsrat.

Die aktuelle Bilanz zu Wirtschaft und Arbeitsmarkt in Deutschland wie in Sachsen weist positive Ergebnisse aus. Diese euphorisch stimmende Momentaufnahme sollte jedoch nicht zur Selbstzufriedenheit verleiten und den Blick auf die reale Entwicklung verstellen. Nach konjunkturellen Höhen folgen bekanntlich Täler und auf das Wellentief sollten wir vorbereitet sein. Ein kostentreibender Sozialstaat führt dazu, dass wertschöpfende Investitionen von Sachsen ins Ausland verlagert werden. Der Mittelstand kämpft hierzulande mit immer neuen und höheren bürokratischen Hürden. Kein Wunder also, dass Motivation und Stimmung eher verhalten ausfallen und teilweise die positive wirtschaftliche Lage konterkarieren. Dies sind die Gründe, warum der Wirtschaftsrat Sachsen zu seinem diesjährigen Wirtschaftstag die Botschaft für mehr unternehmerische Freiheit ausgesendet und dem Ministerpräsidenten seine diesbezüglichen 10 Kernbotschaften übergeben hat.

 

Auf der Gästeliste stand, neben vielen Vertretern aus Politik und unternehmerischen Mitgliedern des Wirtschaftsrates, diesmal auch Sergey Babkin, 1. Botschaftsrat und Leiter des Wirtschaftsreferates der Botschaft der Russischen Föderation in Deutschland. Dieser konnte aufnehmen, welche Meinung unsere Mitglieder hinsichtlich der Sanktionen gegen Russland ausgesendet haben. Der Ministerpräsident hat sich diesbezüglich verständnisvoll gezeigt und bekräftigt, dass er gegen jedwede wirtschaftliche Sanktionen, um politische Ziele zu erreichen, plädiert.

 

Dies war genau die Richtung, in welche der Wirtschaftsrat zielen wollte. Die Landesvorsitzende unseres Landeverbandes, Frau Simone Hartmann, führte durch die Veranstaltung und stellte den anwesenden Referenten und Diskussionsteilnehmern entsprechend kritische Fragen. Die sachkundigen Diskutanten waren, neben dem Ministerpräsidenten, namentlich Dirk Vogel, Netzwerkmanager des AMZ und Geschäftsführer der RKW Sachsen GmbH, Dr. Manfred Liebl, Beauftragter der Wirtschaftsförderung Sachsen für Russland und GUS sowie Holger Kühne, Geschäftsführer der USK Karl Utz Sondermaschinen GmbH. 

Aus der Diskussionsrunde ging hervor, was sich die Unternehmer von der Sächsischen Staatsregierung erwarten und vice versa. Themenfelder waren u.a. das Steuerentlastungspotential, die Besicherung von Auslandsinvestitionen, die Russlandsanktionen, Forschungskooperationen, die Betonung des Local Content in der Wertschöpfung, die voranschreitende Digitalisierung, Erneuerbare Energien, Start-Ups in Sachsen, der weitere Ausbau industrieller Cluster/Kooperationen sowie die Ansiedlung von Banken im Freistaat.

 

In den Fachvorträgen wurde das Publikum über autonomes Fahren, Elektromobilität, über die neue Marktöffnung zu Russland, branchenkonzentrierte Unternehmerreisen, Beschaffungsmärkte, über die wichtige Rolle des Maschinenbaus sowie über den diesbezüglichen Fachkräftebedarf in Sachsen informiert. Letztlich sollen Produktinnovationen dazu beitragen, die unternehmerische Wirtschaft im Freistaat auszubauen. Es bestand Konsens darüber, dass der Staat „eher Gärtner sein und keine Zäune errichten solle“, wie ein vom Ministerpräsidenten wiedergegebenes Zitat der Bundeskanzlerin richtig festgehalten hat.

 

In geselliger Runde, bei einem schmackhaften Dinner, fand der diesjährige Wirtschaftstag Sachsen seinen lockeren Ausgang.

Impressionen Sächsischer Wirtschaftstag 2017
Simone Hartmann, Landesvorsitzende Wirtschaftsrat Sachsen (Foto: Christian Scholz)
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