18. September 2014
Wissensmetropole Hamburg
Prof. Michael Göring, Vorsitzender der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, zu Gast beim Wirtschaftsrat
„Statt Orte des Wissens entstehen Netze des Wissens“, so Professor Michael Göring, Vorsitzender des Vorstands der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius. Wie stellt die Wissenschaftspolitik sich den modernen Herausforderungen?
Prof. Michael Göring (Foto: Wirtschaftsrat)

Wissen ist nicht mehr ortsgebunden. Aber es gibt Verdichtungsorte, Knotenpunkte des Wissens. Warum ausgerechnet die wirtschaftlich so starke Hansestadt in der Wissenschaftspolitik so weit hinter anderen zurück liegt, ist sicherlich historisch begründet. Hinzu kommt, dass die weltweit beachteten Einrichtungen, wie das Desy oder das Giga, von den Hamburgern nicht ausreichend wahrgenommen bzw. gewürdigt werden. „Wir müssen raus aus einer Spirale des Schlechtredens“, so Göring.

Dabei gibt die Hansestadt mit 6.960 Euro pro Student viel aus für ihre Hochschulen. Berlin liegt deutlich darunter. Bei den Drittmitteln – insbesondere aus Bundesmitteln – fällt Hamburg wiederum weit hinter andere Städte zurück. Für ihre Akademie der Wissenschaften gibt die Stadt nur 480.000 Euro aus. Damit könne man mit anderen Akademien nicht mithalten.Hamburg brauche einen Masterplan für seine Hochschulen und andere Wissenschaftseinrichtungen. Es muss um Schwerpunktbildung gehen und um Konzentration. Berufungen von Professoren sollten sich ausschließlich an fachlicher Qualifikation orientieren. Eine umfassende Konzentration auf Leistung, Qualität und Exzellenz, verbunden mit positiver Kommunikation, kann Hamburg zu einer Wissensmetropole mit einem eigenen Profil und Geschichte machen.