07. Januar 2014
Wohngebiet statt Multifunktions-Arena
Unternehmer des Wirtschaftsrates fordern Neudenken von Erfurts Stadtplanern
„Keine Multifunktionsarena - Steigerwaldstadion verlegen - Wohngebiet schaffen“ lautet die Kurzformel der Forderung der Erfurter Wirtschaft an Stadtrat und Stadtplaner der Landeshauptstadt. „Anstelle einer Multifunktionsarena genügt ein Fußballstadion an neuem Standort. Mit dem Abriss des sanierungsbedürftigen Steigerstadions erschließt sich zwischen Nexö-Straße und Mozartallee ein großzügiges Wohn-Areal in allerbester Lage“, skizziert Dr. Andreas Stute, Sprecher der Erfurter Sektion des Wirtschaftsrates die Grundidee für einen wirtschaftlich vernünftigen Ansatz mit großem städteplanerischen Gestaltungsräumen.

Wie in Jena, so der Appell des Unternehmerverbandes, müssten auch Erfurts Stadtparlamentarier sich dem Nachdenken von Oberbürgermeister Andreas Bausewein anschließen und erkennen, das sich die EU-Fördermillionen schnell zu einem im Nachhinein teuren Geschenk für den Stadthaushalt entwickeln würden. „Wird seitens der EU-Kontrolleure später die überwiegend touristische Nutzung des faktischen Sport- und Fußballstadions nicht anerkannt, folgt die Rückzahlung der etwa 25 Millionen Euro mit Zinsaufschlag von jährlich sechs Prozent. Und die beispielsweise 4.000 Jenaer Fußballfans sind keine Touristen, nur weil sie aus mehr als 30 Kilometern Entfernung anreisen“, warnt der Jurist vor der förderrechtlich nicht haltbaren derzeitigen Auslegung und Verbiegung des Tourismusbegriffs.

Dieser konsequente Neuanfang brächte neue städteplanerische Gestaltungsräume. „Aktuell liegen die Fläche der ehemaligen Schuhfabrik Lingel und das Gebiet unterhalb der Thüringenhalle und der Ministerien zwischen Straßenbahnwendeschleife und Mozartallee brach. Gemeinsam mit der Stadionfläche bietet sich der Bereich zwischen Martin-Andersen-Nexö-Straße und Mozartstraße einschl. ehemaligem Steigerstadion für Wohnbebauung geradezu an“, beschreibt der engagierte Erfurter das neue Wohnareal. Zudem ergänze es ideal die übrige Bebauung. Das bisherige Problem der Lärmbelastung der Anwohner bei Stadion-Großveranstaltungen wäre vom Tisch. Mit einem Parkhaus im Stil des „Parkhauses am Stadion“ unterhalb der Thüringenhalle an der J.-Sebastian-Bach-Straße ließe sich auf dem bisherigen P+R-Parkplatz weitere Baufläche gewinnen.

Ideal erreichbare Standorte des neuen Stadions sieht Stute östlich vom Thüringer Einkaufszentrum im Bereich von Eisenberger Straße, Rudolstädter Straße und Straße „Am Herrenberg“ und weiter zwischen der Messe Erfurt und der Ortslage Schmira oder in Erfurt-Gispersleben im Kreuzungsbereich von B 4 und A 71.

Für Erfurts Leichtathleten weist der umfassende Gestaltungsvorschlag der Wirtschaftslenker aus dem Großraum Erfurt den ausbaufähigen Sportplatz Daberstedt aus. Die Eissportzentren mit der kleinen Eissporthalle und der Gunda-Niemann-Stirnemann-Halle, die Leichtathletikhalle und die Südschwimmhalle bleiben übrigens unverändert erhalten.

Die Steilvorlage ist damit nun gestellt. Bleibt zu wünschen, dass er umgehend mit dem nächste Spielzug der politischen Akteure im Netz landet.

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