18. November 2010
Wolfgang Steiger: „Schuldenberge sind nicht das richtige Spielzeug für unsere Kinder“

Als Gastredner konnten die Mitglieder und Gäste der Sektion Hannover den Generalsekretär des Wirtschaftsrates, Wolfgang Steiger, in den Räumlichkeiten der PricewaterhouseCoopers AG (PWC) begrüßen. Dieser sprach vor fast 100 Gästen über den von Angela Merkel propagierten „Herbst der Entscheidungen“.

Nach einer kurzen Begrüßung durch den Hausherren, verteidigte Christian Meyer, Landesgeschäftsführer der CDU in Niedersachsen, den von seiner Partei eingeschlagen Kurs auf Bundes- und Landesebene. „Zumindest für Niedersachsen können wir sagen, dass wir hier sehr gut unterwegs sind und gute Zahlen präsentieren können.“

Im Zuge seines Vortrags stellte Steiger in Anspielung auf die in Deutschland zu lösenden Fragen einen Vergleich an: „Die Herausforderungen vor denen Niedersachsen unter dem ehemaligen Ministerpräsidenten Christian Wulff stand, entsprechen der Besteigung der Eiger Nordwand. Bundeskanzlerin Merkel steht hingegen vor der Herkulesaufgabe, den Gipfel des Mount Everest, ohne Sauerstoff und Notleine, zu erklimmen.“

Die Probleme, mit denen die Bundesregierung derzeit konfrontiert sei, seien vielfältig: Haushaltskonsolidierung, Überarbeitung des Energiekonzepts, Umgestaltung der sozialen Sicherungssysteme, demografischer Wandel sowie eine bessere Integration von Immigranten.

Hinsichtlich der genannten Herausforderungen stellte der Generalsekretär fest: „Die Vollkasko-Mentalität der Deutschen ist Gift für die Gesellschaftsordnung“ und rief damit zu mehr Eigenverantwortung auf. „Immer mehr Kinder geben als Berufswunsch Hartz IV-Empfänger an“, meint Steiger kritisch.

Große Bedeutung misst der Generalsekretär auch der Schuldenbremse bei. Er sehe die Verankerung einer Schuldenbremse auch in der europäischen Agenda vor. Dies auch gerade vor dem Hintergrund, dass „Deutschland - im Gegensatz zu anderen Ländern - ein Gewinner der Wirtschafts- und Finanzkrise ist. Wir müssen deutlich machen: Schuldenberge sind nicht das richtige Spielzeug für unsere Kinder.“

Steiger zufolge liege noch viel Arbeit vor der Bundregierung und „die Unternehmen stehen zwar hinter der Bundespolitik, aber sie fordern zu recht konsequente Entscheidungen“.

Uwe Fendler, Sprecher der Sektion Hannover, unterstrich, dass sich die Bereitschaft der Menschen „mit Unsicherheit umzugehen erhöhen muss, da der Staat kein „Rundum-sorglos-Paket bieten kann.“ Er dankte dem Generalsekretär für seine klaren Worte und lud die zahlreichen Gäste zum Austausch bei einem kleinen Imbiss ein.

Astrid Hamker, Landesvorsitzende des Wirtschaftsrates in Niedersachsen, freute sich, dass sie bereits an diesem Abend den künftigen Landesgeschäftsführer, Dr. Matthias Frederichs, den Mitgliedern kurz vorstellen konnte. Sie dankte dem kommissarischen Geschäftsführer Marius Schwabe und dem Team der Landesgeschäftsstelle für die gelungene Organisation der Veranstaltung.