Sehr geehrte Damen und Herren,

die aktuelle Ausgabe des WR-Interns fasst die Kernaussagen der einzelnen Podien auf dem Wirtschaftstag zusammen: Darunter die Themen Europa, Digitaler Binnenmarkt, Generationengerechtigkeit, Energiewende, Mobilität und Klimaschutz. Gute Nachrichten gibt es vom Fachkräfteeinwanderungsgesetz: Hier konnte sich der Wirtschaftsrat mit seiner Forderung gegenüber der Politik durchsetzen und Weichenstellungen für mehr qualifizierte Zuwanderung ermöglichen. Das war das Thema des Forums "Mehr Fachkräfte für Deutschland und Europa", das der Wirtschaftsrat zusammen mit der Ludwig-Erhard-Stiftung organisierte. Näheres zu dem Forum erfahren Sie in dieser Ausgabe.

25. bis 27. Oktober 2019: Junger Wirtschaftstag in Stuttgart

Wirtschaftstag 2019 "Neuer Aufbruch für Deutschland und Europa"

„Deutschland darf sich nach Jahren des Wohlstands nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen“ mahnte Astrid Hamker in ihrer ersten Rede als neue Präsidentin des Wirtschaftsrates. Dafür müssten sich Politik und Unternehmer engagiert für die Zukunft des Wirtschaftsstandortes einsetzen. Ludwig Erhard habe bereits darauf hingewiesen, dass Wohlstand schwerer zu erhalten denn zu erlangen sei.

„Europa muss wieder mit einer Stimme sprechen und eine regelgebundene Politik verfolgen“, forderte Hamker forderte Astrid Hamker, Gesellschafterin und Mitglied des Beirates der Piepenbrock Unternehmensgruppe GmbH & Co. KG. Sie wurde zuvor mit überwältigender Mehrheit zur ersten Präsidentin und Nachfolgerin von Werner Bahlsen gewählt wurde, der nach 5 Jahren an der Spitze des Wirtschaftsrates nicht mehr kandidierte.

 

Wirtschaftstag mit Rekordkulisse

Der Wirtschaftstag 2019 fand vor einer beeindruckenden Kulisse von rund 4.000 Teilnehmern statt. Aus Sicherheitsgründen musste die Anmeldeliste bereits drei Wochen vor der Veranstaltung geschlossen werden. Generalsekretär Wolfgang Steiger erklärte angesichts der Rekordbeteiligung: „Der Wirtschaftsrat ist so stark wie nie zuvor.“ Mit rund 12.000 Mitgliedern, davon 5.200 aktiven, sei der Wirtschaftsrat das Unternehmernetzwerk in Europa.

 

 

Ehrung von Bundestagspräsident Dr. Wolfgang Schäuble MdB

 

Dr. Wolfgang Schäuble MdB, Präsident des Deutschen Bundestages, wurde für seine Verdienste um die Soziale Marktwirtschaft mit der Ludwig-Erhard-Gedenkmünze in Gold ausgezeichnet. In seiner Dankesrede erinnerte er daran, dass ohne Vertrauen eine freiheitliche Gesellschaft nicht funktionieren könne. „Marktwirtschaft ist der Garant dafür, dass nicht ein einzelner, sondern der Wettbewerb darüber entscheidet, was in einer Gesellschaft richtig oder falsch ist“, betonte Prof. Dr. h.c. mult. Roland Koch, Ministerpräsident a.D. und Vorsitzender des Aufsichtsrates der UBS Europe SE, in seiner Laudatio auf Bundestagspräsidenten Dr. Wolfgang Schäuble.

 

 

Zukunftsthemen vorantreiben


Deutschland müsse die Weichen für die Zukunft entschiedener stellen, betonte Annegret Kramp-Karrenbauer, Bundesvorsitzende der CDU Deutschlands, in ihrer Keynote-Rede. Auch wenn die Große Koalition kein Selbstzweck sei, stünde diese zur Verantwortung, die ihr die Bürger übertragen haben. Peter Altmaier MdB, Bundesminister für Wirtschaft und Energie, hob hervor, dass es Aufgabe der neuen europäischen Kommission sei, Lösungen für die Handelskonflikte und für den Bereich der Innovation, wie der Digitalisierung, der Automatisierung, der Künstlichen Intelligenz, zu finden, um Rückstände im internationalen Vergleich aufzuholen.

 

Manfred Weber MdEP, Vorsitzender der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, lobte die hohe Wahlbeteiligung bei den Europawahlen und forderte, dass Europa den Wählerauftrag ernst nehmen und ein starkes Europa aus der Mitte des Parlaments heraus schaffen müsse. Ralph Hamers, CEO der ING Group, betonte, dass Europa mehr Innovationen und Wirtschaftswachstum benötige, die durch eine auf das Unternehmertum fokussierte Kultur und die Unterstützung von Banken und Kapitalmärkten hin zu einer starken Kapitalbasis zuwege gebracht werden könnten. Jens Spahn MdB, Bundesminister für Gesundheit, forderte, dass in der politischen Debatte die wichtigen Themen für Europa auf die Agenda gesetzt werden müssen, damit sich Europa in der Welt behaupten kann. Cem Özdemir MdB, Vorsitzender des Ausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur im Deutschen Bundestag, forderte von Deutschland, ein Vorbild zu sein und zu zeigen, dass Klimaschutz und ein starker Industriestandort zusammengehören. Christian Lindner MdB, Bundesvorsitzender der FDP und Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion mahnte, dass in diesen Zeiten eine handlungsfähige Bundesregierung wichtiger denn je sei, die SPD sich ihr Mitwirken in der Regierung jedoch mit etliche Milliarden für immer neue Umverteilungsmaßnahmen bezahlen lasse.

 

Strategien für eine Welt im Wandel

Zum Abschluss des Tages bekräftigte Joe Kaeser, Vorsitzender des Vorstands der Siemens AG, die herausragende Bedeutung einer gemeinsamen europäischen Position in der Außenwirtschaftspolitik: „Alleine ist Deutschland viel zu klein. Nur wenn die Europäer in der Lage sind, den Amerikanern und Chinesen aus einer Position der Stärke heraus etwas anzubieten, wird man in bilateralen und multilateralen Verhandlungen seine Ziele erreichen“.

 

Einen bemerkenswerten Schlusspunkt setzte Friedrich Merz, der als neu gewählter Vizepräsident des Wirtschaftsrates eine „Agenda der Fleißigen“ forderte. Er kündigte an , dass der Wirtschaftsrat sich in den kommenden Jahren noch intensiver in die gesellschaftspolitische Debatte einmischen werde: „Wir müssen in der allerbesten Tradition Ludwig Erhards zeigen, dass die Soziale Marktwirtschaft auch im 21. Jahrhundert in der Lage ist, die richtigen Antworten zu geben.“

Hier gelangen Sie zu weiteren Impressionen des Wirtschaftstages 2019.

Podium 1: Powerhouse Europa - Digitalen Binnenmarkt zum Wachstums- und Innovationstreiber machen

Wie könne Europa im digitalen Zeitalter gestärkt werden, fragte Moderator Harald Kayser, Vorstandsvorsitzender von PwC Europe, zu Beginn des Podiums? Die Reformen des EU-Datenschutzrechts oder des EU-Urheberrechts waren die letzten großen Veränderungen. Doch die Rückstände in der Digitalisierung bleiben groß.

Zur Situation der Digitalisierung in Europa und Deutschland

In seinem Impulsvortrag kritisierte Thomas Jarzombek MdB, Koordinator der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt, dass die bisherigen Reformbemühungen, etwa beim Urheberrecht, keinen Fortschritt für Innovation gebracht haben. Um das zu erreichen brauche es mehr Anstrengung in einer Vielzahl unterschiedlicher Bereiche: Investitionen im Bereich Bildung, weniger Regulierung und eine Öffnung von Märkten (Beispiel Fernbusmarkt), ausreichend Venture Capital, eine Reform des Kartellrechts, um Missbrauch von Marktmacht auch bei datengetriebenen Geschäftsmodellen zu verhindern und Agilität in der Gesetzgebung.

 

Für Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur (BNetzA), ist entscheidend, dass Deutschland mit schnellem Breitband flächendeckend versorgt wird. Um genügend Geschwindigkeit zu erzeugen, sei ein gesunder Wettbewerb die beste Möglichkeit. Doch dort, wo es sinnvoll erscheint, müsse auch über Kooperation nachgedacht werden, so der Präsident der BNetzA. 

Was es für eine Führungsposition von Europa und Deutschland braucht

 

Die Teilnehmer konzentrierten sich auf ähnliche Bereiche wie die beiden Vorredner: Investitionen in Infrastruktur, neue Bildungsschwerpunkte, mehr Venture Capital und konsequente Standardisierung, um den europäischen Binnenmarkt zu stärken. Hannes Ametsreiter, CEO von Vodafone Deutschland, betonte, dass es in einer Hochlohnregion und einem Hochlohnland eine herausragende Infrastruktur geben müsse.

Christian Klein, COO und Mitglied des Vorstands bei SAP, appelliert an die EU, die einheitliche Währungsunion zu stärken. Das sei ein wichtiger Schritt, um den stark fragmentierten europäischen Binnenmarkt, mit seiner Vielzahl an unterschiedlichen Sprachen und Kulturen, zu vereinheitlichen. 

 

Problemorientiert Denken, innovative Lösungen finden

 

Mit der Vereinfachung von Gesetzen und durch das Vorantreiben einer europaweiten Standardisierung könne Europa seine wahre Stärke als Binnenmarkt mit mehr als 500 Millionen Kunden voll ausspielen, wie Dr. Carsten Wildberger, Mitglied des Vorstands der E.ON SE, hervorhob. Seiner Meinung nach sollte viel stärker problemorientiert gedacht werden. 

 

Am Ende der Podiumsdiskussion gab es doch noch ein bisschen Widerspruch, vor allem von Guido Eidmann, CIO der Telefónica Deutschland AG. Seiner Meinung nach ist SAP längst nicht das einzige deutsche Technologieunternehmen, das eine Führungsrolle in der Welt innehat. Vielmehr gebe es mit mehr als 1.300 Hidden-Technologie-Champions ein Riesenpfund, das nur genutzt werden müsse. 

Podium 2: Generationengerechtigkeit vor dem Aus? Die Zukunft der Altersvorsorge

An einer längeren Lebensarbeitszeit und einer Entlastung der umlagefinanzierten sozialen Sicherungssysteme durch mehr Eigenverantwortung führt kein Weg vorbei. Nur so können wir unser Land zukunftsfest machen und eine Überlast der jungen Generation in Zeiten der Bevölkerungsalterung vermeiden.

Der Moderator des Podiums, Dr. Helge Lach, Vorstand der Deutschen Vermögensberatung AG, erläuterte eingangs den Problemdruck, der angesichts des demografischen Wandels insbesondere auf der gesetzlichen Rentenversicherung lastet. Schlüssel für die Finanzierbarkeit des Systems sei das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentenbeziehern, das immer ungünstiger werde: 1960 habe es noch bei 6:1 gelegen. Mittlerweile müssten zwei Beitragszahler für einen Rentner aufkommen, und bis 2030 werde sich das Verhältnis auf 1,5:1 weiter verschlechtern.

 

 

Teure Rentenpakete der großen Koalition


Doch statt gegenzusteuern und die gesetzliche Rentenversicherung zu entlasten, hat die große Koalition in den vergangenen Jahren milliardenschwere Zusatzbelastungen beschlossen. Die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, Gundula Roßbach, bezifferte in ihrem Eingangsstatement die Mehrausgaben: Für das erste Rentenpaket aus 2014 (insbesondere Mütterrente I, abschlagsfreie Rente mit 63) fielen jährliche Zusatzkosten von 9,3 Mrd. € an – Tendenz steigend. Hinzu kämen die Belastungen durch das zweite Rentenpaket aus dem Jahr 2018 (v.a. Mütterrente II, Haltelinie für das Rentenniveau bei 48 %) von 4,1 Mrd. € jährlich. Gerade bei der Rentenniveaudiskussion sei zu berücksichtigen, dass die gesetzlichen Renten ohnehin anstiegen. Gleichzeitig sparen 70 % der Bürger mit einer betrieblichen oder geförderten privaten Altersvorsorge zusätzlich für einen auskömmlichen Lebensabend. Gerade für die heiß diskutierte Riester-Rente wolle sie eine Lanze brechen. Gerade für Geringverdiener und Personen mit Kindern sei diese angesichts der staatlichen Förderung extrem lohnend.

 

 

Eigenverantwortliche Altersvorsorge stärken!


Dr. Carsten Linnemann MdB, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, betonte in seinem Impulsvortrag, um die Verbreitung der Riester-Rente zu fördern, müsse diese reformiert werden. Vorrangig seien die Vereinfachung, u.a. durch digitalisierten Datenaustausch, die Dynamisierung der Förderhöchstgrenze von aktuell 2.100 € sowie die Öffnung der Riester-Rente für Selbständige. 

 

Ralf Berndt, Vorstand der Stuttgarter Lebensversicherung a.G. und Vorsitzender der Bundesarbeitsgruppe Private Altersvorsorge des Wirtschaftsrates, hob hervor, die Produkte der eigenverantwortlichen Altersvorsorge müssten den Menschen nahegebracht werden.

 

Hans Joachim Reinke, Vorsitzender des Vorstands von Union Investment und Vorsitzender der Bundesfachkommission Arbeitsmarkt und Alterssicherung warb dafür, dass die Deutschen ihr Geld ausgewogener anlegen sollten: Aktuell steckten vom Finanzvermögen der Deutschen in Höhe von 6,2 Bio. € ca. 85 % in festverzinslichen Anlagen. Wenn die Deutschen stattdessen in den vergangenen zehn Jahren zwei Drittel in Aktien investiert hätten, wären sie heute um 2,8 Bio. € reicher.

 

 

Mehr Transparenz in der Altersvorsorge schaffen!


Henning Göbel, Sprecher des Vorstands der BHW Bausparkasse AG, warnt, zu sparen sei in der Bevölkerung immer weniger etabliert. So werde bei der Immobilienfinanzierung das geringe Eigenkapital potenzieller Käufer und Bauherren zunehmend zum Problem. Umso wichtiger sei es, die Anreize zum Sparen zu verbessern. Es sei doch wesentlich sinnvoller, das Sparen in jungen Jahren zu fördern, statt im Alter Versorgungslücken durch Sozialtransfers zu schließen.

 

Abschließend betont Herr Dr. Linnemann MdB die Bedeutung eines Informationssystems, das allen Bürgern auf einen Blick zeige, wie viel sie vorgesorgt hätten und mit welchem Einkommen sie im Alter rechnen könnten. Ein solches säulenübergreifendes Renteninformationssystem motiviere zu Sparleistung und Altersvorsorge.

Podium 3: "Aufbruch zur integrierten Energiewende"

Über marktwirtschaftliche Lösungen für eine grenz- und sektorenübergreifende integrierte Energiewende diskutierten Spitzenvertreter der Politik mit Vorstandsvorsitzenden und Geschäftsführern führender Unternehmen aus der Energiewirtschaft, Netzbetreibern und der Fahrzeugindustrie.

Integrierte Energiewende grenz- und sektorüberschreitend voranbringen

 

Um die Kopplung der Sektoren Strom, Gebäude und Mobilität zügig voranzubringen, gilt es jetzt, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Investitionen in sektor- und grenzübergreifende Lösungen ermöglichen. Wettbewerbsfähigkeit, Versorgungssicherheit und Klimaschutz müssen gewährleistet und miteinander in Einklang gebracht werden. Effiziente Lösungen für die Sektorkopplung sollten mithilfe technologieoffener Rahmenbedingungen und eines europäisch ausgerichteten Wettbewerbs beschleunigt werden. Der Netzausbau sollte auf allen Spannungsebenen weiter vorangebracht und eine verursachergerechtere Bepreisung der Netzentgelte eingeleitet werden. Gleichzeitig sollte die Politik die gesellschaftliche Akzeptanz für die Energiewende verbessern und verstärkt Chancen einer integrierten Energiewende kommunizieren. „Die integrierte Energiewende schafft die Voraussetzung dafür, dass Deutschland mit seinen energiepolitischen Kompetenzen auch zukünftig den großen Exportmotor anwerfen kann“, so Hubert Aiwanger MdL.

 

 

Klimaschutz europäisch und marktwirtschaftlich ausrichten

 

Zur Erreichung der Klimaziele auch in den non-ETS-Sektoren sollten innovationsoffene, marktwirtschaftliche Anreize für klimafreundliche Innovationen geschaffen werden. Eine Mengensteuerung durch den Handel von Zertifikaten garantiert dabei eine treffsichere Einsparung von CO2-Emissionen. „Am besten wäre ein starkes, marktwirtschaftliches Preissignal, weil wir dann nicht mehr im Mikromanagement einzeln steuern müssten. Wenn Technologien gegeneinander in den Wettbewerb einsteigen könnten, könnten wir viel effizienter CO2-Vermeidung durchführen als über Ordnungsrecht“, so Staatssekretär Andreas Feicht. Voraussetzung für ein effektives CO2-Preissignal ist eine tiefgreifende Reform der aktuellen Abgaben und Steuern. Um darüber hinaus Carbon Leakage zu vermeiden, Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und Absatzmärkte für klimaschonende Innovationen zu schaffen, sollte Klimaschutzregulierung mindestens europäisch ausgerichtet sein.

 

 

 

Rahmenbedingungen für Innovation und Digitalisierung schaffen

 

Um Innovationsprozesse für Wachstum und Wohlstand auslösen zu können, wird ein technologieoffenes Level Playing Field für Investitionen in innovative Technologien benötigt. Reallabore tragen dazu bei, die Entwicklung und Skalierung neuer Technologien voranzutreiben, und sollten dementsprechend umgesetzt werden. Um im Mobilitätsbereich die besten Technologien möglichst effizient zum Einsatz kommen lassen zu können, muss Regulierung technologieoffen ausgestaltet und industrielle Wertschöpfung am Standort Deutschland erhalten werden. Zudem sollten Potenziale der Digitalisierung realisiert werden. Eine digitale Echtzeit-Energiewirtschaft bietet eine effiziente Alternative zu einer Energiewirtschaft mit immer mehr staatlichen Eingriffen und erlaubt gleichzeitig eine hohe Versorgungssicherheit.

 

 

 

Weitere Diskutanten waren Dr. Rolf Martin Schmitz, Vorsitzender des Vorstands, RWE AG, Joachim Drees, Vorsitzender des Vorstands, MAN Gruppe, Dr. Werner Götz, Vorsitzender der Geschäftsführung, TransnetBW, Katherina Reiche, Hauptgeschäftsführerin, Verband kommunaler Unternehmen e.V. (VKU) und Hans-Georg Krabbe, Vorsitzender des Vorstandes, ABB AG.

Podium 4: Mobilität - Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit

Auf Podium IV drehte sich die Debatte um die Vereinbarkeit von Klimaschutz und Mobilität. Dies muss kein Widerspruch sein, im Gegenteil, denn mit wirtschaftlichen Innovationen lassen sich umweltfreundliche Mobilitätskonzepte umsetzen, zeigten sich die Teilnehmer überzeugt.

Auch diese Runde setzte sich aus Vertretern aus Politik und Wirtschaft zusammen. Auf Seiten der Wirtschaft war neben der Automobilindustrie, der Schienenverkehr, aber auch die Digitalwirtschaft sowie Expertise aus dem Baubereich vertreten. Moderiert wurde das Panel fachkundig wie erfrischend gleichermaßen durch den Mobilitätsexperten Prof. Dr. Christoph Walther von der PTV Planung Transport Verkehr AG.

 

In seinem einleitenden Impuls monierte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer MdB, dass vernünftiger, marktwirtschaftlicher Klimaschutz zuletzt kommunikativ stark in die Defensive geraten sei. „Das Entscheidende ist doch, wie wir die Klimaziele erreichen und trotzdem den Wohlstand erhalten. Das geht nur über Innovationen“, machte der Minister deutlich.

 

Kurt Sievers, Präsident, NXP Semiconductors, zeigte sich – auf den Minister eingehend – überzeugt, dass Mobilität sowohl ein Grundrecht als auch ein Grundanspruch der Menschen sei: „Das Thema Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz können wir mit der Mobilität lösen. Aber es wird nie gegen die Mobilität funktionieren.“

Den Verbrennungsmotor nicht überhastet für tot zu erklären und sich allein auf batterietechnische Antriebe zu verlassen, davor warnte eindringlich BMW-Vorstand Klaus Fröhlich. „Auch andere alternative Antriebskonzepte wie Plug-in-Hybride oder die Brennstoffzelle werden wichtige Bausteine für eine nachhaltige Mobilität“, so der Automobilfachmann.

 

Dr. Heiko Fischer, Vorsitzender des Vorstands, des Eisenbahnlogistikers VTG AG, wies auf die europäische Dimension des Themas hin. „Die Klimaschutzziele lassen sich nur mit einem europäischen verkehrsträgerübergreifenden Konzept erreichen.“

 

Als zweiter Vertreter der Politik hob Michael Theurer MdB, Stellv. Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion, hervor, dass Deutschland bei der traditionellen Infrastruktur hinterherhinke. „Das muss angesprochen und gelöst werden, weil sonst die Legitimation der Demokratie untergraben wird.“  

 

„Ich wäre als Ingenieur der erste, der sich in ein autonom fahrendes Auto setzen würde“, sagte Prof. Hans Helmut Schetter, Vizepräsident des Wirtschaftsrates, der die Sicht der Bauwirtschaft in die Diskussion einbrachte. Deutschland dürfe nicht wie beim Transrapid leichtfertig auf Zukunftstechnologien verzichten, mahnte der Vizepräsident des Wirtschaftsrates.

Wirtschaftsrat forciert erfolgreich Fachkräfteeinwanderungsgesetz
Forum „Mehr Fachkräfte für Deutschland und Europa“:

Seit etwa zehn Jahren kämpft der Wirtschaftsrat für ein transparentes Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das mehr qualifizierte Zuwanderung ermöglicht. Umso mehr begrüßt der Wirtschaftsrat, dass der Bundestag ein entsprechendes Gesetz vor der Sommerpause verabschiedet hat. Ein starkes Signal hierfür hatten Wirtschaftsrat und Ludwig-Erhard-Stiftung auf ihrem gemeinsamen Forum „Mehr Fachkräfte für Deutschland und Europa“ ausgesendet.

 

 

Fachkräfteeinwanderungsgesetz verabschiedet


Zu den wichtigsten Neuerungen des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes für Ausländer aus Nicht-EU-Staaten zählen:

 

  • Bei keiner Fachkraft muss künftig noch ein Arbeitgeber vor der Einstellung nachweisen, dass niemand in der Europäischen Union die Tätigkeit genauso gut ausführen könnte.
  • Beruflich Qualifizierte dürfen auch außerhalb von Engpassberufen eingesetzt werden.
  • Fachkräfte mit Berufsausbildung dürfen unter bestimmten Voraussetzungen nach Deutschland einreisen, um sich hier einen Arbeitsplatz zu suchen.
  • IT-Fachkräfte erhalten auch ohne formalen Abschluss Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt.
  • Die bisherige enge Verknüpfung zwischen Qualifikation und Tätigkeit wird aufgehoben. So darf eine ausländische Ärztin künftig beispielsweise auch in einem Pharmaunternehmen arbeiten.

 

Vor der Verabschiedung des Gesetzes verdeutlichte der Generalsekretär des Wirtschaftsrates, Wolfang Steiger, den enormen Handlungsdruck auf dem Fachkräfteforum von Wirtschaftsrat und Ludwig-Erhard-Stiftung: „Die Zahl der offenen Stellen ist auf aktuell rund 1,5 Mio. angestiegen – gut 20 % mehr als noch vor einem Jahr. Waren früher v.a. die MINT-Berufe betroffen, so leidet die Wirtschaft inzwischen in ganzer Breite unter dem Arbeitskräftemangel. Dieser ist nicht nur vorübergehend konjunkturell bedingt, sondern dauerhaft strukturell. Er wird sich weiter verschärfen, denn bis 2040 wird die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter voraussichtlich um 6 Mio. sinken. Deshalb ist es wichtig, mehr qualifizierte Zuwanderung aus dem Ausland nach Deutschland zu lenken, gleichzeitig aber auch alle Beschäftigungspotenziale im Inland auszuschöpfen".

 

 

Sämtliche Potenziale für mehr Fachkräfte heben!

 

Kerstin Schreyer MdL, Bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, plädierte auf dem Fachkräfte-Forum dafür, bei der Hebung inländischer Beschäftigungspotentiale v.a. die bessere Integration von Menschen mit Behinderungen sowie von Langzeitarbeitslosen im Blick zu haben. Mark Helfrich, Mitglied der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, betonte, Deutschland müsse die Zahl von 2,1 Mio. jungen Menschen im Alter von 20 bis 34 Jahren ohne Schulabschluss dringend senken. Dies sei einerseits eine Frage der Lebensperspektiven der Betroffenen, andererseits ein Instrument zur Verringerung des Fachkräftemangels. Prof. Dr. Hilmar Schneider, Direktor des Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit, erklärte, das Studienangebot müsse sich stärker daran ausrichten, welche Qualifikationen am Markt gefragt seien. Barbara Kauffmann, Direktorin der Generaldirektion für Beschäftigung und Soziales der Europäischen Kommission, betonte das Beschäftigungspotenzial von Frauen, die in Deutschland überdurchschnittlich häufig teilzeitangestellt seien. Um dieses zu heben, müsse die Kinderbetreuung verbessert werden. Richard Jager, Sprecher der Geschäftsführung von Randstad Deutschland, plädierte dafür, zur Gewinnung von Fachkräften aus Staaten außerhalb der EU das Fachkräfteeinwanderungsgesetz für die Zeitarbeit zu öffnen.

 

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01. Juli 2019 - dpa, handeslblatt

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25. Juni 2019 - Focus Online

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05. Juni 2019 - Handelsblatt

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