26. September 2018
"Man muss irgendwann einfach anfangen"
Verkehrsminister Wüst beim Verkehrspolitischen Dialog des Wirtschaftsrates Nordrhein-Westfalen
Investitionsstau auflösen, Planungen vorantreiben, Bauzeiten verkürzen: In der Verkehrspolitik drückt die Landesregierung in Düsseldorf unter Ministerpräsident Armin Laschet aufs Tempo. Der verkehrspolitische Dialog, zu dem der Landesverband NRW des Wirtschaftsrates e.V. und die zuständige Landesfachkommission am 24. September nach Bottrop eingeladen hatten, machte klar: Die Zeiten des rot-grünen Stillstands sind vorbei. Oder, wie es Landesverkehrsminister Hendrik Wüst formulierte: „Wir sind dabei, die Mobilitätspolitik wiederzubeleben und sind auf einem sehr guten Weg.“

Ein Weg, der ohne ideologische Scheuklappen und viel Motivation von Wüst in den Blick genommen wird. Die Patina, die manche Verkehrsprojekte in Jahrzehnten angesetzt haben, will er wegwischen: „Man muss irgendwann einfach anfangen“, sagte Wüst etwa mit Blick auf eine bedarfsgerechte Verbindung zwischen Münster und Ostwestfalen, „wir reden hier schließlich nicht über den Bau eines Stausees, sondern über eine Bundesstraße im Münsterland.“

 

Mobilitätspolitik ist für den Landesverkehrsminister Voraussetzung für Wachstum und Wohlstand. Deshalb ist die Sanierung der Straßen-Infrastruktur für Wüst ein wichtiger Schwerpunkt seiner Agenda. Die Planungszeiten müssen verkürzt werden, das Bautempo muss erhöht werden, und, ganz wichtig: Die Koordinierung der Baumaßnahmen muss stimmen. „Um es zugespitzt zu sagen: Auf der A2, der A 40 und der A 42 gleichzeitig groß zu bauen, wäre sicher keine gute Idee.  Deshalb ist die Koordinierung wichtig, auch mit Vertretern der Bahn und der Kommunen.“  Auch im Bereich der Schiene und der Wasserwege will Wüst für mehr Dynamik sorgen, etwa wenn es um mögliche Reaktivierung von Bahnstrecken geht, den RRX oder um mehr Personal für Infrastrukturmaßnahmen am Binnenschifffahrts-Netz in Nordrhein-Westfalen.

 

Der Landesverkehrsminister hatte den Dialog mit einem Vortrag eröffnet,  anschließend stieg das hochkarätig besetzte Podium in das Thema ein. Marcus Kaller, Mitglied des Vorstandes der Strabag AG, Dr. Werner Kook, Vorstand der Niederrheinischen Verkehrsbetriebe Aktiengesellschaft, André Täube, Geschäftsführer des Deutschen Asphaltverbandes, und Lars Fiele, geschäftsführender Gesellschafter der Stremmer Sand+Kies, beleuchteten das Thema Mobilität aus der Perspektive der Praktiker, Frank M. Schmidt, Vorsitzender der Landesfachkommission Verkehr, Logistik und Infrastruktur moderierte. Forum für den Dialog war das Unternehmen Brabus, Brabus-Geschäftsführer Constantin Buschmann begrüßte die Gäste. Der verkehrspolitische Dialog war außerordentlich gut besucht; der Vortragsraum im Hause Brabus war bis auf den letzten Platz besetzt.

Impressionen
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(Fotos: Wirtschaftsrat)