07. März 2013
"Wie geht es weiter am Flughafen Münster/Osnabrück?"
- Wirtschaftsrat Steinfurt vor Ort -
Bringt der Ryanair-Deal den Flughafen wieder nach vorne? Wie sieht es aus in Sachen Gewerbeansiedlung am Airportpark? Viele Fragen an den stellvertretenden Geschäftsführer des Flughafens Münster/Osnabrück (FMO) Thorsten Brockmeyer, hatten die Teilnehmer des politischen Frühstücks, zu dem der Wirtschaftsrat der CDU e.V. im Kreis Steinfurt an den Flughafen eingeladen hatte. Der heimische Bundestagsabgeordnete Dieter Jasper, zugleich Vorsitzender des Wirtschaftsrates im Kreis Steinfurt, begrüßte die Unternehmer.

Brockmeyer stellte die Situation am FMO in den Gesamtrahmen der Luftfahrtbranche in Deutschland: Überkapazitäten, globaler Wettbewerb, Preisverfall, der strikte Sparkurs bei Air Berlin, der den FMO „massiv getroffen“ hat. Der Passagierverlust am Flughafen Münster-Osnabrück sei zu großen Teilen auf die Entwicklungen bei Air Berlin zurückzuführen. „In der jetzigen Situation sind wir auf die Unterstützung der Gesellschafter angewiesen,“ begründete Brockmeyer die jüngste  Kapitalerhöhung. Im Vergleich zu anderen Regionalflughäfen stehe man noch vergleichsweise gut da, führte er aus. Andernorts seien die Verluste um ein Vielfaches höher als die fünf Millionen Euro, die beim FMO zu Buche schlagen.

Mit Ryanair wolle man die Wende schaffen, und zwar nicht zu Sonderkonditionen, bei denen der Flughafen zusetze. „Wir haben Ryanair das angeboten, was wir allen Airlines anbieten“, unterstrich Brockmeyer und reagierte so auch auf kritische Anmerkungen. Dieter Jasper etwa  nannte das Engagement von Ryanair einen „Paradigmenwechsel, der schwer zu verinnerlichen ist“ – nachdem man Low-Cost-Airlines am FMO zuvor jahrelang ausgeschlossen habe. „Am Ende des Tages muss sich ein Flughafen auch rechnen“, warnte Jasper davor, Wachstum um jeden Preis erzeugen zu wollen, ohne auf die Einnahmenseite zu achten.

 

 „Wir haben auf den Markt reagiert“, entgegnete der Flughafenvize. Zugleich habe sich die Unternehmenspolitik bei Ryanair in den vergangenen Jahren geändert, so dass eine Zusammenarbeit nun möglich sei. Das gleiche gelte auch für die Frage der Startbahnverlängerung. Angesichts  der jetzigen Marksituation sei das kein Thema, aber: „Wir halten definitiv an der längeren Bahn fest, das ist auf Dauer ein sinnvolles Projekt“, so Brockmeyer. Mit wieder wachsenden Passagierzahlen will der FMO das wirtschaftliche Tal verlassen und an erfolgreiche Zeiten anknüpfen, gab er sich zuversichtlich: „Das schaffen wir in den nächsten Jahren, da sind wir selbstbewusst. Wir haben keinen Grund, in Sack und Asche zu gehen.“

 

Trotz kritischer Worte stehe der Wirtschaftsrat hinter dem Flughafen der Region, machte Dieter Jasper klar. Wichtig sei jetzt, das Image des Flughafens zu verbessern und ihn wieder stärker im Bewusstsein der Menschen in der Region zu verankern.  Ein Aspekt sei hier der Airportpark. Von der Ansiedlung von Schumacher Packaging werde eine Initialzündung ausgehen, die weitere Ansiedlungen nach sich ziehen werde.

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