16. Februar 2016
Zur Veröffentlichung der besten Abitur-Durchschnitte des Landes Mecklenburg-Vorpommern durch das Bildungsministerium unter Ausschluss der Privatschulen

Der Wirtschaftsrat, Sektion Mecklenburgische Seenplatte, hat mit ausgesprochenen Befremden zur Kenntnis genommen, dass das Bildungsministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern bei der Veröffentlichung der besten Abiturdurchschnitte (bei gleichzeitiger Benennung der entsprechenden „besten“ Schulen) das Internatsgymnasium in Torgelow am See und andere private Gymnasien nicht berücksichtigt hat. 


Der Wirtschaftsrat fordert von der Landesregierung und dem Bildungsministerium nicht nur aus rechtlichen, sondern insbesondere aus Gründen der besseren Vergleichbarkeit die Einbeziehung sämtlicher Schulen in solche Veröffentlichungen. Dies nicht nur bei einem Vergleich der geschafften Abiturergebnisse, sondern auch bei sämtlichen anderen vergleichsweisen Erhebungen/Veröffentlichungen.


Bereits von Verfassungswegen (Art. 7 Abs. 4, Art. 3 GG) sind Privatschulen den öffentlichen Schulen gleichgestellt. Einen Grund, diese in Statistiken oder sonstigen Veröffentlichungen nicht zu berück-sichtigen, gibt es nicht.


Private Schulen sind nicht nur Ergänzung der öffentlichen Schulen, sondern natürlich auch Konkurrenz.  Diese – eine Binsenweisheit – belebt das Geschäft und sorgt insbesondere dafür eigene Schwachstellen zu erkennen.


Wenn also das private Internatsgymnasium in Torgelow am See wie auch das Christopherus-Gymnasium in Rostock zu den besten Abiturschulen im Land gehören, muss sich eine Landesregierung genauso wie ein Bildungsministerium mit der Frage konfrontiert sehen, wieso die mit wesentlich mehr öffentlichem Geld geförderten öffentlichen Schulen schlechtere Ergebnisse bringen. Hinwegschweigen hat noch nie ein Problem gelöst. Notwendig sind bei besseren Ergebnissen einer Privatschule die Analysen, was private Schulen anders, ggf. besser machen und was öffentliche Schulen von Privatschulen lernen können. Vielleicht würde eine solche Analyse zu dem naheliegenden Ergebnis führen, dass eine geringe Klassenstärke eben doch bessere Ergebnisse bringt, als voll besetzte Klassen in öffentlichen Schulen.


Damit sich der Bildungsminister nicht dem Vorwurf aussetzt, er würde Ergebnisse zu manipulieren probieren, ist auch hier die von Regierungspolitikern in „Sonntagsreden“ beschworene Transparenz und Offenheit zu fordern. 


Eine Veröffentlichung ohne vergleichende Erwähnung entsprechender Privatschulen gab es hoffentlich im Land Mecklenburg-Vorpommern zum letzten Mal

 

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Frank Roller
Landesgeschäftsführer
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